Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Kolonien,  Expansion

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angehörten,  und  den  kleinen  Bauern  bedingt.  Schon  vor  dem
4.  Jahrhundert  scheint  ein  Teil  der  bäuerlichen  Bevölkerung,  der
ehemals  wohl  abhängig  war,  zu  vollem  Eigentum  gekommen  zu
sein  und  suchte  nun  Schritt  für  Schritt  die  politische  Macht  der
alten  Geschlechter,  der  Patrizier,  zu  brechen.  Allmählich  traten
neue  Parteien  hervor,  so  die  grundbesitzlosen  Handwerker  und
Arbeiter  auf  der  einen,  die  grnndbesitzlosen  Geldleute  aus  der  andern
Seite.  Am  Ende  des  4.  Jahrhunderts  mußte  auf  diese  Kreise  immer
mehr  Rücksicht  genommen  werden,  wobei  die  agrarische  Opposition
freilich  immer  wieder  große  Erfolge  erzielte  und  manche  kaum
errungene  Position  den  neuen  Klassen  wieder  abnahm.  So  suchte
man  z.  B.  die  Macht  der  Geldbesitzer  und  die  der  Freigelassenen
dadurch  zu  brechen,  daß  man  sie  auf  einige  wenige  Stimmbezirke
verteilte.  Die  Geldwirtschaft  drang  aber  dessenungeachtet  unaufhaltsam ­
  vor,  zum  Teil  deshalb,  weil  die  Großgrundbesitzer  selbst
sich  dem  Geldgeschäft  und  dem  Handel  widmeten  und  weil  die
direkt  politisch  machtlosen  Kreise  der  Geldbesitzer  als  Pachter  von
Zöllen  und  Steuern  indirekt  ihren  Einfluß  geltend  zu  machen
wußten  (Ş.  113).  Im  Zeitalter  der  Punischen  Kriege  sind  die
Handelsinteressen  bereits  sehr  wichtig  (Appian,  Spanische  Geschichte ­
  4).
Nachdem  die  Römer  die  Etruskermacht  völlig  gebrochen  hatten,
die  eingefallenen  Nordvölker  zurückgewiesen  und  Mittelitalien  ihrem
Gebiet  angegliedert  hatten,  kam  es  zum  Kampfe  mit  den  unteritalischen ­
  Griechenstädten,  so  mit  Tarent  (Diodor  XX,  104).
Die  Bauernlegionen  zeigten  sich  den  mit  reichen  Geldmitteln  geworbenen ­
  Söldnerheeren  gewachsen.  Damals  stießen  die  Römer  auch  mit
den  Mächten  des  Ostens  zusammen,  da  Pyrrhus  von  Epirus  in  der
ersten  Hälfte  des  3.  Jahrhunderts  den  Tarentinern  zu  Hilfe  kam.
Da  die  Griechen  und  Pyrrhus  in  Sizilien  und  Unteritalien  gleichzeitig ­
  gegen  Rom  und  Karthago  im  Felde  lagen,  verbündeten  sich
diese  beiden,  wobei  im  Vertrage  Rom  als  Landmacht,  Karthago
als  Seemacht  zur  Geltung  kam.  Die  unteritalischen  Städte
wurden  bald  von  Pyrrhus  verlassen  und  fielen  den  Römern  zu,
damit  war  der  größte  Teil  Italiens  römisch  geworden,  und  es  mußte
die  Entscheidung  fallen,  ob  man  in  Sizilien  die  Karthager  herrschen ­
  lassen  oder  selbst  die  Macht  an  sich  reißen  wolle.  Der  Vorteil, ­
  der  für  den  einzelnen  und  für  die  Gesamtheit  zu  erwarten
war,  entschied  für  den  Krieg  (Polybins  I,  11),  in  dem  die  alte
Handelsstadt  unterlag.
            
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