Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

126  Siebentes  Kapitel.  Das  römische  Reich  als  Wirtschaftskörper.
veranstaltet,  um  auch  die  fernsten  Völker  Roms  Größe  fühlen  zu
lassen  (Monument  v.  Ancyra  26).  Da  die  Römer  überdies  den
Handel  der  Araber  schädigten,  wo  sie  konnten,  und  Schiffe  derselben
gerne  von  ihren  Grenzen  durch  Zölle  und  sonstige  Vorkehrungen
fernhielten,  gelang  es  den  Kaufleuten  des  römischen  Reiches,  im
Osten  eine  entscheidende  Rolle  zu  spielen.  Waren  und  Geld  brachten ­
  sie  nach  dem  Süden  und  Osten,  um  Schätze  zu  holen,  die  jene
Gegenden  allein  lieferten.  Die  afrikanischen  Völker,  mit  denen  man
zu  tun  hatte,  und  auch  viele  an  der  arabischen  Küste  standen  vielfach ­
  auf  einer  niedern  Kulturstufe,  wenn  auch  gelegentlich  griechische ­
  Bildung  in  jene  Länder  gedrungen  war  (Küstenfalirt  im
Erythräischen  Meer  5).  Zum  Teil  verfolgten  die  Kaufleute  die
Pfade  der  hellenistischen  Herrscher  Ägyptens  (S.  88).  An  der
Westküste  Afrikas,  an  der  Ost-  und  an  der  Südküste  Arabiens  und
weiterhin  gegen  Indien  zu  gab  es  zahlreiche  Handelsplätze.  Ein
Teil  der  Küstenvölker  traf  geeignete  Veranstaltungen,  um  einen
geregelten  Verkehr  zu  fördern,  andere  wieder  betrachteten  den
Handel  mehr  als  eine  gelegentliche  Unterbrechung  ihres  Daseins.
An  manchen  Handelsplätzen  wurden  die  Waren  des  Binnenlandes
sowie  der  benachbarten  Küstenorte  gesammelt,  um  so  den  römischen
Kaufleuten,  unter  denen  alle  Nationalitäten,  besonders  aber  die
Bewohner  Ägyptens  vertreten  waren,  ihre  Tätigkeit  zu  erleichtern.
Aber  nicht  überall  wurden  die  Kaufleute  freundlich  aufgenommen,
an  manchen  Orten  behandelte  man  sie  mißtrauisch  oder  gar  feindselig, ­
  so  daß  ein  Schiffbruch  für  sie  und  ihre  Leute  die  Sklaverei
bedeutete.  Daß  in  jenen  Gegenden  die  Piratenplage  noch  stärker
war  als  in  den  übrigen  Meeren,  kann  uns  nicht  wundernehmen
(S.  78).  Aber  auch  an  den  Orten,  wo  der  Handelsverkehr  nicht
gehindert  wurde,  mußten  die  Kaufleute  vielfach  Geschenke  für  die
Eingeborenen  und  besonders  für  die  Könige  mitbringen,  wertvolle
Gefäße,  schöne  Kebsweiber,  Gewänder  und  andere  Kostbarkeiten
(Küstenfahrt  im  Erythräischen  Meer  49).  Die  Römer  importierten
vor  allem  Jndustrieprodukte  und  unter  diesen  in  erster  Reihe
Textilwaren,  zum  Teil  waren  es  Objekte,  die  auch  im  Mittelmeerbecken ­
  im  Handel  waren,  zum  Teil  wurden  sie  eigens  für  jene
Gegenden  hergestellt,  dem  Geschmack  derBewohner  angepaßt  (Küstenfahrt ­
  im  Erythräischen  Meer  7).  Von  Rohprodukten  importierte
man  Metalle,  so  Messing  und  Kupfer,  die  als  Geld  und  Schmuck
dienten,  einen  Teil  der  Schätze  des  Ostens  mußte  man  aber  mit
römischem  Gold-  und  Silbergeld  zahlen,  das  in  großen  Mengen
            
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