Full text: Antike Wirtschaftsgeschichte

Ostafrika, Arabien, Indien. 
127 
nach Arabien und Indien abfloß. Ebenso wurde Eisen für Waffen 
nach dem Osten verfrachtet, wenn nicht diese selbst sowie Werk 
zeuge aller Art, nach einheimischen Mustern gefertigt, mitgebracht 
wurden. Auch Öl und Wein wurde von manchen Stämmen ge 
wünscht. Zuweilen kaufte auch der römische Kaufmann auf seiner 
Fahrt in einem Orte Waren gegen römische Produkte, um die er 
haltenen Waren an einem anderen Orte des Ostens gegen jene 
Dinge einzutauschen, die er eigentlich suchte. In manchen der 
großen arabischen Handelszentren trafen sich auch die römischen Kauf 
leute mit den indischen, die ebenfalls Metalle und Jndustrieartikel 
importierten. Vor allem holten die Kaufleute des römischen Reichs 
Elfenbein, Schildkröten, Myrrhe, Weihrauch und Spezereien aller 
Art, die damals ein überaus begehrter Artikel waren, auch lie 
ferten einige Gegenden treffliche Sklaven. Während die meisten 
Stämme selbst keine Schiffe besaßen und die Römer erwarteten, 
trieben die Araber, so z. B. von der im Südwesten gelegenen Stadt 
Muza aus, einen regen Handel auf eigenen Schiffen sowohl mit 
dem gegenüberliegenden Afrika als auch nach Indien hin (Küsten 
fahrt im Erythräischen Meer 21). Dieser rege Handel bewirkte, 
daß manche Produktionszweige im großen organisiert waren, so 
z. B. die Gewinnung des Weihrauchs (Küstenfahrt im Erythräischen 
Meer 29). Aber die römischen Kaufleute kamen auch über Arabien 
hinaus und gelangten nicht nur längs der Küste, sondern in kühner 
Meerfahrt nach der Westküste von Indien. Wenn auch manche 
Seefahrer bis Ceylon und gar bis China gelangten, so hat das 
nicht zu regelmäßigen Handelsverbindungen geführt. Die Waren 
Ostasiens, die auf den römischen Markt kamen, so die chinesische 
Seide, wurden auf dem Landwege, vielfach durch Vermittlung der 
Parther, zu den Römern gebracht. 
Der Hellenismus ließ die südlichen und östlichen Städte des 
Mittelmeers emporkommen, der Schwerpunkt des Wirtschafts 
lebens war stark gegen Osten verschoben worden. Dies änderte 
sich zu Beginn der Kaiserzeit noch nicht, erst späterhin sehn 
wir immer mehr die nördlichen Städte an Bedeutung wachsen; 
so erscheinen im 4. Jahrhundert als bedeutende Städte neben 
Rom nicht nur Konstantinopel, Karthago, sondern auch Trier, 
Mailand, Aquileia.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.