Hebräer, Araber.
23
Ideal der wirtschaftlichen und sozialen Spekulation der alten Juden.
Bei einem vorwiegend Landwirtschaft treibenden Volke — in
Palästina wurde Getreide, Wein, Feigen gebaut, während die
Lyrischen Händler Fische brachten (Nehemia 13,15 f.) — ist das
auch durchaus begreiflich. Die zahlreiche Priesterschaft wurde wie
die Beamtenschaft Ägyptens oder Persiens in natura verpflegt,
indem ihr ein Anteil an den Erträgen des Landes zugesprochen
wurde. Vom 5. Jahrhundert an begann sich die Bevölkerung zum
Teil durch Assimilierung fremder Elemente wieder zu vermehren
und drang vielfach bis zur Küste vor, um sich am Handel zu
beteiligen, besonders die Juden der Diaspora verbreiteten sich
überallhin und stellten so ein Volk dar, das zwischen den andern
Völkern in den Provinzen des Reiches zerstreut lebte (Esther
3, 8). Doch die Hauptentwicklung der Diaspora fiel in die maze
donische Zeit, als auch Palästina hellenisiert wurde und bald wie
der ein Kampfobjekt der streitenden Mächte Syrien und Ägypten
war. In beiden Ländern gelangte die Diaspora zu großer Be
deutung, besonders in letzterem, da die Juden in Alexandria eine
große Gemeinde mit vielen Rechten bildeten. Die Verbreitung über
das ganze Mittelmeerbecken nimmt von da ab immer mehr zu, und
wie der griechische Händler nach Palästina kam, so der jüdische
nach Griechenland. Die Kriege mit den Römern brachten im 1. Jahr
hundert viele kriegsgefangene Juden nach Italien, wo sich große
Judengemeinden bildeten. Ihre Hauptbedeutung als Kaufleute
bekamen sie aber erst nach dem Untergang des römischen Reiches,
als sie in den Kämpfen der Byzantiner mit ihren Feinden als
Neutrale, die es mit niemandem hielten, eine wichtige Rblle spielten.
Von großer Bedeutung — wenn auch nicht von jener der Phö-
niker — waren für die Handelsbeziehungen der alten Welt die
Völker Arabiens. Während der Süden oft Jahrhunderte hindurch
in großen Reichen zusammengefaßt war, die wie etwa das von
Saba auch auf die afrikanische Küste hinübergriffen, um sie für
ihren Handel auszunutzen, haben die nördlicheren Teile meist nur
nomadisierende Stämme beherbergt, die häufig in das Kulturland
plündernd einfielen, oft aber auch seßhaft wurden (S. 16). So
wohl die großen Staatswesen im Süden als die einzelnen Stämme
widmeten sich seit sehr frühen Zeiten dem Handel, wenn es daneben
auch reine Nomaden gab, die nur der Viehzucht lebten. Eine ganze
Reihe von Wüsteustraßen durchquerten Arabien. Sie in Besitz zu
bekommen, war das Bestreben der großen asiatischen Reiche, um