Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Hebräer,  Araber.

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Ideal  der  wirtschaftlichen  und  sozialen  Spekulation  der  alten  Juden.
Bei  einem  vorwiegend  Landwirtschaft  treibenden  Volke  —  in
Palästina  wurde  Getreide,  Wein,  Feigen  gebaut,  während  die
Lyrischen  Händler  Fische  brachten  (Nehemia  13,15  f.)  —  ist  das
auch  durchaus  begreiflich.  Die  zahlreiche  Priesterschaft  wurde  wie
die  Beamtenschaft  Ägyptens  oder  Persiens  in  natura  verpflegt,
indem  ihr  ein  Anteil  an  den  Erträgen  des  Landes  zugesprochen
wurde.  Vom  5.  Jahrhundert  an  begann  sich  die  Bevölkerung  zum
Teil  durch  Assimilierung  fremder  Elemente  wieder  zu  vermehren
und  drang  vielfach  bis  zur  Küste  vor,  um  sich  am  Handel  zu
beteiligen,  besonders  die  Juden  der  Diaspora  verbreiteten  sich
überallhin  und  stellten  so  ein  Volk  dar,  das  zwischen  den  andern
Völkern  in  den  Provinzen  des  Reiches  zerstreut  lebte  (Esther
3,  8).  Doch  die  Hauptentwicklung  der  Diaspora  fiel  in  die  mazedonische ­
  Zeit,  als  auch  Palästina  hellenisiert  wurde  und  bald  wieder ­
  ein  Kampfobjekt  der  streitenden  Mächte  Syrien  und  Ägypten
war.  In  beiden  Ländern  gelangte  die  Diaspora  zu  großer  Bedeutung, ­
  besonders  in  letzterem,  da  die  Juden  in  Alexandria  eine
große  Gemeinde  mit  vielen  Rechten  bildeten.  Die  Verbreitung  über
das  ganze  Mittelmeerbecken  nimmt  von  da  ab  immer  mehr  zu,  und
wie  der  griechische  Händler  nach  Palästina  kam,  so  der  jüdische
nach  Griechenland.  Die  Kriege  mit  den  Römern  brachten  im  1.  Jahrhundert ­
  viele  kriegsgefangene  Juden  nach  Italien,  wo  sich  große
Judengemeinden  bildeten.  Ihre  Hauptbedeutung  als  Kaufleute
bekamen  sie  aber  erst  nach  dem  Untergang  des  römischen  Reiches,
als  sie  in  den  Kämpfen  der  Byzantiner  mit  ihren  Feinden  als
Neutrale,  die  es  mit  niemandem  hielten,  eine  wichtige  Rblle  spielten.
Von  großer  Bedeutung  —  wenn  auch  nicht  von  jener  der  Phöniker
  —  waren  für  die  Handelsbeziehungen  der  alten  Welt  die
Völker  Arabiens.  Während  der  Süden  oft  Jahrhunderte  hindurch
in  großen  Reichen  zusammengefaßt  war,  die  wie  etwa  das  von
Saba  auch  auf  die  afrikanische  Küste  hinübergriffen,  um  sie  für
ihren  Handel  auszunutzen,  haben  die  nördlicheren  Teile  meist  nur
nomadisierende  Stämme  beherbergt,  die  häufig  in  das  Kulturland
plündernd  einfielen,  oft  aber  auch  seßhaft  wurden  (S.  16).  Sowohl ­
  die  großen  Staatswesen  im  Süden  als  die  einzelnen  Stämme
widmeten  sich  seit  sehr  frühen  Zeiten  dem  Handel,  wenn  es  daneben
auch  reine  Nomaden  gab,  die  nur  der  Viehzucht  lebten.  Eine  ganze
Reihe  von  Wüsteustraßen  durchquerten  Arabien.  Sie  in  Besitz  zu
bekommen,  war  das  Bestreben  der  großen  asiatischen  Reiche,  um
            
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