Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Beute,  Sklaven,  Handwerk  und  Handel.

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freie  verschiedenster  Art,  teils  unterworfene  Stämme,  die  den
Boden  bearbeiteten  oder  Gewerbe  trieben,  teils  Fremde,  die  als
Beisassen  sich  angesiedelt  hatten  und  vielfach  Händler  waren;  sie
alle  hatten  keinen  Anteil  au  den  politischen  Rechten,  genossen  aber
eine  mehr  oder  weniger  beschränkte  Freiheit  und  konnten  unter
gewissen  Bedingungen  ihr  Recht  finden.  Die  nicht  sehr  zahlreichen
Sklaven  wurden  entweder  gekauft,  besonders  von  phönikischen
Händlern  (Odyssee  XV,  482)  oder  im  Kriege  erbeutet  (Ilias
XXI,  102).  Das  Verhältnis  der  Herren  zu  den  Sklaven  war  meist
ein  patriarchalisches,  namentlich,  wenn  der  Sklave  im  Hause  aufgewachsen ­
  oder  gar  vom  Herrn  selbst  mit  einer  Sklavin  erzeugt
worden  war.  Die  Stellung  der  Sklaven  entsprach  vielfach  derjenigen ­
  unserer  Knechte  auf  dem  Lande,  die  gleichfalls  ihr  Lebenlang
ein  und  demselben  Herrn  dienen.  Eine  schlechte  Behandlung  wurde
erst  den  Plantagensklaven,  den  Fabriksklaven  und  den
Bergwerkssklaven  zuteil  (S.  73).
Soweit  nicht  eine  Familie  allein  ein  Gut  bewirtschaftete,  erfolgte
die  Güterverteilung  innerhalb  des  Herrschaftsbereiches  eines  Großgrundbesitzers, ­
  indem  die  Abhängigen  in  voller  Verpflegung  standen. ­
  Zwischen  den  einzelnen  Wirtschaften  kam  es  zu  keinen:  erheblichen ­
  Austausch,  tvenn  auch  mit  Vieh  und  kostbaren  Objekten
gelegentlich  ein  kleines  Geschäft  gemacht  wurde.  Da  die  einzelnen
Ansiedlungen  eine  ständige  Bevölkerung  hatten,  halfen  sich  die
Nachbarn  untereinander  aus,  was  eine  Art  gewohnheitsrechtlichen
Tauschhandels  auf  Kredit  darstellte.  Die  Metalle  konnte  sich  freilich ­
  der  Landwirt  nicht  selbst  erzeugen,  er  mußte  sie  auf  dem  Markte
kaufen,  so  vor  allem  das  Eisen  (Ilias  XXIII,  635).  Auch  wurden
wohl  die  Metalle  der  Heimat  verfrachtet  und  gegen  Metalle  anderer ­
  Gegenden  eingetauscht,  was  aber  erst  zu  Ende  dieser  Epoche
allgemeiner  geworden  sein  dürfte(Odyssee  1,185).  Auch  gab  es  frühzeitig ­
  selbständige  Schmiede  und  bald  auch  andere  Handwerker
neben  jenen,  die  auf  den  großen  Gütern  nur  für  den  Herrn  und
die  unter  seiner  Hut  Stehenden  arbeiteten.  Auch  die  Ärzte  gehörten
dem  Stande  jener  an,  die  sich  jedem  aus  dem  Volke  zur  Verfügung ­
  stellten.  Welche  Wirtschaftsordnung  dieser  mit  Privateigentum, ­
  neben  welchem  Weideland  und  Herden  als  Gemeinschaftsbesitz
nur  vereinzelt  bestanden,  vorausgegangen  ist,  ist  heute  noch  Gegenstand ­
  kontroverser  Vermutungen.
Der  älteste  Handel  scheint  in  Griechenland  der  Handel  mit
Wertgegenständen  gewesen  zu  sein,  die  man  zur  Anlegung  eines
            
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