Autarkie, Geldwirtschaft.
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entsprechend stieg. Dabei stand der Zinsfuß hoch, dem Außenhandel,
nicht der Landwirtschaft angemessen. Bestand nun nicht die Möglich
keit, in kleineren Beträgen als Amortisationsquoten die Schuld abzu
tragen oder überhaupt nur eine ewige Rente zu zahlen, so war bei
einem entsprechend strengen Schuldrecht sein wirtschaftlicher Ruin
gewiß. Wenn bereits früh Gesetzgeber das Handwerkszeug des Hand
werkers nicht pfänden ließen, so hat das Land des Bauern als
Erwerbswerkzeug selten gegolten, und die systematischen Versuche,
ein bestimmtes Landstück, das zum Lebensunterhalt notwendig ist,
dem Bauern so zu erhalten wie dem Handwerker sein Handwerks
zeug, sind in den freieren Wirtschaftsformen meist erst neueren
Datums. Die Schuldverhältnisse der alten Zeit waren dadurch
besonders drückend, daß der Schuldner nicht nur Hab und Gut
an den Gläubiger verlor, sondern in vielen Staaten auch der Sklave
des Gläubigers wurde, den er an manchen Orten verkaufte, an
anderen nur dazu verwenden konnte, die Schuld abzuarbeiten; in
manchen Ländern nahmen auch Frau und Kinder an diesem Schick
sal teil. Mit der weit vorgeschrittenen Verschuldung der Bauern
in Athen hatte sich auch Solon befaßt. In anderen Städten kam
es ebenfalls häufig zu Reformen auf diesem Gebiet. Solon hob
die landwirtschaftlichen Schulden auf, er trug Sorge dafür, daß
man viele von den in die Fremde verkauften Schuldsklaven zurück
kaufte und die Schuldsklaverei abgeschafft wurde (Plutarch, So
lon 15). über eine derartige rein symptomatische Behandlung ist
die Antike im wesentlichen nicht hinausgekommen (S. 90), es kamen
höchstens manche Gelehrte dazu, das Zinsnehmen, wie z. B. Aristo
teles, zu verwerfen. Eine Regelung der Darlehnsgesetzgebung, welche
kontinuierlich die furchtbaren Folgen beseitigen sollte, wurde kaum
erwogen, war es doch bereits ein großer Fortschritt, daß man
die bürgerliche Vernichtung des Verschuldeten aushob und sich
mit der wirtschaftlichen begnügte. Im übrigen blieb nichts
anderes übrig, als von Zeit zu Zeit, wenn die Sache zu arg wurde,
Schuldnachlässe zu bewilligen oder nach einer Revolution bis zu
einer Neuverteilung des Eigentums, zumal des Grund und Bodens,
zu schreiten. Erst gegen Ende der Antike, als der Untergang nahte,
wurde eine unzureichende Reform der gesamten Wirtschaftsordnung
vorgenommen, die manche nicht unvernünftige Ideen enthielt.
Die Verschuldung der bäuerlichen Bevölkerung in Verbindung
mit der raschen Zunahme der Volksmenge trieb zur Auswande
rung. Bis zum Ende der Kolonisationsbewegung nahmen die