Full text : Das Lebenswerk von Karl Marx

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zusprechen  vermögen,  was  sie  über  die  Menge  erhebt.  An  ihren
Wirkungen  wird  man  sic  erkennen.  Und  daß  Marx  schon  jetzt  unendliches ­
  Licht  verbreitet,  unendliches  Leben  geweckt  hat,  daran  herrscht
ja  kein  Zweifel  mehr,  wie  auch  die  Wirksamkeit  seines  Werkes  in  eine
ferne  Zukunft  hinein  gesichert  erscheint.  Seine  Wirksamkeit  als  Kunstwerk, ­
  als  Zeitenspiegel.  So  wie  heute  noch  Plutarch  und  Plato  und-Tacitus
  und  Caesar  wirken.  Wer  vermöchte  einen  andern  „Gelehrter!"
zu  nennen,  der  auch  nur  ganz  von  ferne  soviel  Wissen  vom  sozialen
Leben  unserer  Zeit  verbreitet  hätte  wie  Karl  Marx.  Ich  wüßte
keinen.  Und  nur  ein  Mann  tritt  mir  vor  Augen,  den  man  rieben^
Marx  stellen  könnte  als  sozialen  Schauer:  Emile  Zola.  Wer  von
beiden  uns  tiefere  Einblicke  in  unser  Wirtschaftsleben  hat  tun  lassen,
größere  Fernen  unsern  Blicken  erschlossen  hat,  rvird  schlver  zu  entscheiden ­
  sein.  Aber  diese  beiden  bilden  sicher  eine  Klasse  für  sich.
Und  es  ist  am  Ende  gar  nicht  so  wunderbar,  wenn  wir  einen
ganz  großen  sozialen  Denker  nur  vergleichen  können  mit  einem  sozialen
„Dichter".  Im  Grunde  ist  das,  was  beide  tun,  nicht  so  arg  verschieden, ­
  wie  man  oft  uns  glauben  machen  möchte.  Die  Form  der
Mitteilung  ist  verschieden.  Nicht  die  Sache,  von  der  sie  uns  Kunde
geben.  Wenn  wir  uns  nur  immer  bewußt  bleiben,  daß  alle  Begriffsf
  und  Systembildung,  alle  Gesetzesmacherei  usw.  bei  der  Erforschung
der  Menschenschicksale  nur  ein  technischer  Hilfsapparat  sind,  so  werden
wir  dieser  äußeren  Form  nicht  das  entscheidende  Gewicht  beilegen,  wie
es  unsere  Professoren  tun.  Wenn  nun  ein  Mann  mit  geheimnisvoller
Schau  wie  Zola  in  die  innersten  Zusammenhänge  des  Bank-  und
Börsenwesens,  der  Bergwerke  und  Eisenbahnen,  der  Warenhäuser  und
Handwerksbetriebe  Einblick  gewinnt  und  uns  in  künstlerischer  Form
mitteilt,  was  er  gesehen  hat:  ist  das  nicht  tausendmal  mehr  „Erkenntnis" ­
  als  die  sterile  Begriffsspielerei,  mit  der  uns  ein  ausgedörrter
            
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