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Wertrechnung als praktisch undurchführbar ab, so scheint nichts
anderes mehr übrig zu bleiben als eine glatte Verneinung unserer
Hauptfrage: der Schluß, daß eine entwickelte Gesellschaftswirtschaft
ohne die heutige Geldpreisbildung auf die Dauer unhaltbar sei
So die Meinung von Mises: „In der auf dem Sondereigentum ar
den Produktionsmitteln beruhenden Wirtschaftsordnung wird die Wert-
rechnung von allen selbständigen Gliedern der Gesellschaft geführt, Jeder-
mann ist an ihrem Zustandekommen in zweifacher Weise beteiligt, einmal
als Verbraucher, das andere Mal als Erzeuger ... Durch das Zusammenspiel
der beiden Wertungsprozesse wird dafür Sorge getragen, daß das wirtschaft-
liche Prinzip überall, im Verbrauch sowohl als in der Erzeugung, zur Herr-
schaft gelangt. Es bildet sich jenes genau abgestufte System der Preise
heraus, das jedermann in jedem Augenblick gestattet, seinen eigenen Bedari
mit dem Kalkül der Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. — Das aller
fehlt notwendigerweise im sozialistischen Gemeinwesen, Die Wirtschafts
leitung mag genau wissen, was für Güter sie am dringendsten benötigt. Aber
‚. die Bewertung der Produktionsmittel muß sie entbehren. Den Wert
der der Gesamtheit der Produktionsmittel zukommt, vermag sie festzustellen
... Sie vermag auch zu berechnen, wie groß der Wert eines einzelnen Produk
tionsmittels ist, wenn sie die Bedeutung des Ausfalles an Bedürfnisbefrie
digung berechnet, der durch: ‘cn Wegfall entsteht. Doch sie kann ihn nicht
auf einen einheitlichen Preisau druck zurückführen, wie dies die freie Wirt
schaft, in der alle Preise zuf «en gemeins.u..n Ausdruck iu Geld zurück
geführt werden können, vermag. In der sozi-l;stischen Wirtschaft, die .
den Ausdruck der Preise der Produktionsmittel (einschließlich der Arbeit)
in Geld unmöglich macht, kann das Geld in der Wirtschaftsrechnung keine
Rolle spielen... Es scheint nahe zu liegen, . . es auch im sozialistischer
Gemeinwesen mit selbständiger Verrechnung der einzelnen Produktions-
gruppen zu versuchen. Doch das ist ganz und gar unmöglich. Denn jede
selbständige Verrechnung der einzelnen Zweige eines und desselben Unter:
aebmens beruht ausschließlich darauf, daß eben im Marktverkehr für alle
Arten von verwendeten Gütern. und Arbeiten Marktpreise gebildet werden
die zur Grundlage der Rechnung genommen werden können. Wo der iIreie
Marktverkehr fehlt, gibt es keine Preisbildung; ohne Preisbildung gibt es
keine Wirtschaftsrechnung. Man könnte etwa daran denken, zwischen den
einzelnen Betriebsgruppen den Austausch zuzulassen, um auf diesem Wege
zur Bildung von Austauschverhältnissen (Preisen) zu gelangen und so cine
Grundlage für die Wirtschaftsrechnung auch im sozialistischen Gemeinwesen
zu schaffen ... Aber wieder kommt man dabei um den entscheidenden Punkt
nicht herum. Austauschverhältnisse der Produktiv
güter können sich nur auf dem Boden des Sonder
eigentums an den Produktionsmitteln bilden. Wenn
die‘ Kohlengemeinschaft an die Eisengemeinschaft Kohle liefert, kann sict
kein Preis bilden, es wäre denn, die beiden Gemeinschaften scien Eigentümer
der Produktionsmittel ihrer Betriebe‘ (Wirtschaftsrchg., S. ıoıflg.).
Zunächst ist nach den Ausführungen von Mises das eine
festzustellen: Die Frage, ob eine ausgedehnte, hochgegliederte