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Drogenhandel ist zweifellos der Grossist unbedingt nötig und
nicht zu entbehren.
Etwas eigenartig muten in dieser Beziehung die Ausführungen
von Klein Wächter 1 ) an: „Wenn Einrichtungen getroffen
werden, welche es dem Produzenten und dem Konsumenten
ermöglichen, ihre Geschäfte direkt miteinander abzuschliessen,
wird die Vermittlung des Kaufmanns überflüssig
und wird seine Existenz zu einer parasitischen. Noch bedenklicher
wird die Sache, wenn der Kaufmann seine Vermittlerrolle
missbraucht, um den Produzenten und Konsumenten
künstlich auseinander zu halten, wenn er sich zwischen beide
Teile einschiebt und dem einen einen Ueberblick über die
Absatzquellen, den anderen den Ueberblick über die Bezugsquellen
benimmt und verdeckt.“
Es ist einfach undenkbar, dass der Detaillist diese tausende
von Drogen, Spezialitäten und Chemikalien direkt vom Fabrikanten
oder Importeur beziehen kann. Denn erstens würde
es sich nicht lohnen bei jedem geringen Bedarf ein Postkollo
kommen zu lassen, da Porto und Verpackung meistens den
ganzen Verdienst absorbieren würde; zweitens müsste auch
der Detaillist eine weit umfangreichere Buchhaltung einführen,
und drittens würden sich so viele Artikel als Ladenhüter aufstapeln,
dass von einem Verdienst überhaupt nicht mehr die
Rede sein könnte.
Aber auch der Fabrikant würde eine solch umfangreiche
Expedition und Buchhaltung einführen müssen, dass er dadurch
mehr Unkosten hätte, als die 10%, die er dem Grossisten gewährt.
Diese 10°/o beziehen sich natürlich in der Hauptsache
nur auf die Spezialitäten - Grossisten; denn bei den beiden
anderen Kategorien muss der Prozentsatz ein höherer sein,
da ja hier ein Prüfen, Sortieren, Abwiegen und Verpacken
mit in Frage kommt; ausserdem ist hier mit Konjunkturen zu
rechnen, was bei dem Spezialitäten-Grosshandel alles wegfällt.
In allen Gressstädten haben sich Drogen-Grosshandluugen
niedergelassen, denen ein gewisser Rayon zukommt. Da Porti,
Frachten und namentlich Lieferzeit bei Arzneien von höchster
Wichtigkeit sind, darf der Grossist nicht allzuweit entfernt
wohnen. Es wird z. B. keinem Detaillisten im Rheinland möglich
sein, seinen Bedarf in Sachsen oder Schlesien zu decken, selbst
wenn er da etwas billiger kaufen würde; der Grossist muss,
wenn möglich, innerhalb der ersten, höchstens 2. Postzone
i) Kleinwächter: Lehrbuch der Nationalökonomie, Leipzig 1902,
Seite 2ö0.