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schritten werden können, wenn auch der weitere Verlauf dieser
Entwicklung heute noch im Dunkel liegt.
Doch gleichviel, wie sich die Entwicklung im einzelnen ge-
stalten wird, wir sehen jedenfalls, daß auf den verschiedensten Ge-
bieten erhebliche Möglichkeiten vorhanden sind, auch ohne Steigerung
der Kosten zu einer Ausweitung des innenbedingten Teiles des Nahrungs-
spielraumes zu kommen. Freilich — .das kann nicht nachdrücklich
genug hervorgehoben werden — sind alle derartigen Fortschritte und
Verbesserungen an die Verfügung über bestimmte Mengen an Kapital
geknüpft. Diese Voraussetzung gilt in der gleichen Weise von der
Intensivierung der Landwirtschaft, wie auch von den Fortschritten
auf industriellem Gebiete. Aus diesem Grunde ist die Frage von
Kapitalbildung und Kapitalbeschaffung ein besonders wichtiger
Teil der Bevölkerungspolitik und soweit z. B. die Art der
Besteuerung in einem Lande imstande ist, die Kapitalbildung und
Kapitalbeschaffung günstig oder ungünstig zu beeinflussen, gehört
sie in den gleichen Aufgabenkreis *).
In dem Maße, in dem es auf solchen Wegen gelingt, den
innenbedingten Teil des Nahrungsspielraumes zu vergrößern, ohne
daß dabei die Kosten der Gütererzeugung steigen, erfährt auch der
innere Markt des Landes eine Ausweitung. Wenn bei einer Steige-
rung der ländlichen Produktion mehr Güter in den Kreislauf der
Wirtschaft strömen, so wächst, zunächst gleiche Preise vorausgesetzt,
die Kaufkraft der ländlichen Bevölkerung und damit die Absatz-
möglichkeit für gewerbliche Erzeugnisse auf dem inneren Markt.
Freilich ist dies nur dann der Fall, wenn diese Ertragssteigerung
sich nicht nach dem Bodengesetz vollzieht ?). Wo das aber nicht
der Fall ist, da tritt eine Stärkung des inneren Marktes ein und
zwar eine solche, die gerade unter dem Gesichtspunkt des Nahrungs-
spielraumes von besonderer Bedeutung ist. Denn eine Entwicklung
von dieser Art, gleichviel ob die Roherträge in der Landwirtschaft
steigen oder ob es der Technik gelingt, das Land von der Roh-
stoffversorgung vom Ausland her unabhängiger zu machen, bedeutet
eine Vergrößerung des innenbedingten Teiles des Nahrungsspiel-
raumes, bewirkt also ein größeres Maß von Sicherheit und Unab-
hängigkeit gegenüber dem ‚Ausland. Die steigende Aufnahmefähig-
keit des inneren Marktes braucht dabei natürlich keineswegs
dem Umfang zu entsprechen, in dem z. B. die Erträge in der Land-
3. Kap. Der Nahrungsspielraum
1) Eingehender darüber Mombert, Besteuerung u. Volkswirtschaft, 1022.
2) Mombert, Der innere Markt u. d. Beziehungen zwischen Landwirtschaft u.
{ndustrie, Wirtschaftl. Nachrichten f. Rhein u. Ruhr, 1927,
Diehl-Mombert, Grundrisse, Bd. 15,