Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische und biologische Untersuchung. 
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Davon wird je 1 Flasche bei niederen Temperaturen, 0—10°, je 1 Flasche 
bei 10—20° aufbewahrt. 
Enthält ein Abwasser freien Kalk, so setzt man je 2 Flaschen in derselben 
Weise an, je 2 andere Flaschen nach vorheriger Abstumpfung des Kalkes durch 
Kohlensäure. 
Ist eine bestimmte Verdünnung gewünscht, so wählt man diese, indem man 
das Abwasser mit der vorschriftsmäßigen Menge von längere Zeit gekochtem und 
unter Watteverschluß erkaltetem destilliertem Wasser verdünnt. 
Ist ein Abwasser frei von Fäulnisbakterien, so beschickt man nötigen 
falls eine 2. Eeihe Flaschen, welche man mit irgend einer in fauliger Gärung be 
griffenen Flüssigkeit gleichmäßig infiziert. 
Die einzelnen Proben werden dann jede Woche oder nach Ablauf der vor 
geschriebenen Zeit mikroskopisch bezw. auch nach dem Plattenkulturverfahren (S. 834) 
untersucht, ferner chemisch; 
1. auf Ammoniak, 2. salpetrige Säure, 3. Schwefelwasserstoff, 4. Oxydierbar 
keit durch Kaliumpermanganat, 5. Gesamtstickstoff, Farbe, Geruch usw. nach vor 
stehenden Vorschriften (vergl. auch das Testverfahren S. 865). 
Auf diese Weise wird man wenigstens einige Anhaltspunkte über die größere 
oder geringere Zersetzbarkeit der organischen Stoffe und damit über die größere 
oder geringere Schädlichkeit des Abwassers für die Flußläufe erhalten. Denn da es 
in der Natur darauf ankommt, daß die in die Flußläufe abgeführten organischen 
Stoffe schnell oxydiert und vergast werden, so wirkt ein Abwasser dieser Art im 
allgemeinen um so weniger schädlich auf längere Strecken, je schneller sich die 
vorhandenen organischen Stoffe zersetzen. 
III. Die mikroskopische und biologische Untersuchung der Abwässer. 
Für den Nachweis von Verunreinigungen der Gewässer durch Abwässer kommt 
neben der chemischen in erster Linie die mikroskopische Untersuchung in Betracht, 
während die bakteriologische in diesen Fällen noch weniger Anhaltspunkte als bei 
den Trinkwässern bietet. Außer den mikroskopischen Lebewesen (dem Plankton) 
geben auch die größeren Vertreter der Flora und Fauna, sowie die leblosen organischen 
und unorganischen Schwebestoffe oft wertvolle Anhaltspunkte für die Beurteilung. 
Die mikroskopische Untersuchung leistet besonders wertvolle Dienste, wenn 
es sich um Verunreinigung der Gewässer durch fäulnisfähige Stoffe handelt. In 
diesem Falle ist sie der chemischen unter Umständen gleichwertig. Dagegen wird 
letztere in allen den Fällen, in denen eine Verunreinigung der Gewässer durch or 
ganische und unorganische Stoffe der Technik stattgefunden hat, den Vorrang ver 
dienen, wenn auch hier die mikroskopische und makroskopische Beobachtung der 
Flora und Fauna wertvolle Ergänzungen zu dem chemischen Befunde liefern kann. 
1. Die Probenahme für die mikroskopische Untersuchung. Bestimmte Vor 
schriften lassen sich für die Probenahme nicht geben. Ganz allgemein ist zu be 
achten, daß man bei Abwasseruntersuchungen auf jeden Fall selbst die Proben an 
Ort und Stelle entnehmen, den verschmutzten Wasserlauf sorgfältig oberhalb 
und unterhalb des Einflusses der Abwässer auf weitere Strecken abgehen und, wenn 
nötig, abfahren muß. Sehr zu beachten ist, daß die Mischung der Abwässer mit 
dem Vorfluter oft nur langsam erfolgt und die Wirkung der ersteren sich dann 
an einem Ufer deutlicher als am anderen zeigt. Bei der Begehung eines ver 
unreinigten Gewässers achte man auf die Farbe, Klarheit, den Geruch des Wassers 
an den verschiedenen Stellen. Die im Wasser schwebenden Lebewesen sind mittels
	        
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