3. Die Produktionsverhältnisse in der Ölmüllerei um 1800. 43
Betrieb. In dieser Zeit wurden von 2 Ölschlägern ungefähr
1350 Scheffel Rübsamen verarbeitet und daraus 150 Tonnen Öl
gewonnen. Der Pachtanschlag zeigt folgende Gestalt :
Einnahmen.
150 Tonnen Öl ä 12 Tlr 1800 Tlr.
225 Schock Ölkuchen ä 2 1 / 2 Tlr 562 l j t
Gesamteinnahmen 2362 l / a Tlr.
Ausgaben.
1350 Scheffel Rübsaat ä 1 Tlr. 4 Gr
1575 Tlr.
— Gr.
Schlaglohn an die Ölschläger pro Tonne 12 Gr.
Kost für 26 Wochen an die Ölschläger pro
75
tr
tt
Woche 12 Gr
26
tr
tt
7 Paar Tücher ä 3 Tlr. 12 Gr
24
tt
12 „
2 Klafter Holz für den Wärmeofen ä 3 Tlr. . .
6
rr
tt
Schmiedearbeit jährlich ca
20
tt
. tt
Fuhrlohn für jede Tonne Öl nach Halle 6 Gr.
37
tt
12 „
Insgemein
10
11
tr
Gesamtausgaben
1774 Tlr.
— Gr.
Überschuß demnach
588 Tlr.
12 Gr.
Der auf diese Art nach einem Durchschnitt errechnete Über
schuß wurde als Pacht an den Besitzer der Ölmühle entrichtet.
In demselben ist ohne Zweifel ein Gewinn enthalten, da diesen
jedoch der Besitzer der Mühle einstrich, mußte der Pächter die
ganze Summe als Verzinsungs- und Amortisationsquote für Ge
bäude, Grundstück und Maschinen einsetzen und erhielt dem
nach die folgende Verteilung der Unkosten:
Rohmaterialien ca. 65 °/ 0
Pachtgelder „25 °/ 0
Arbeitslöhne „5 °/ 0
Sonstige Unkosten 5°/ 0
Dieser hohe Anteil der Rohmaterialkosten an den Gesamt
unkosten 25 ) zeigt uns den Weg, auf welchem sich zunächst das
technische Streben in der Ölmüllerei weiter bewegen wird, das 26
26 ) Ist die Ölmühle Eigentum des Ölmüllers, so ist der prozentuale
Anteil der Rohmaterialkosten an den Oesamtkosten aus dem oben an
geführten Grunde noch größer.