268 Kap. VII. Die Bodenrente und die Preise der Naturmaterialien.
werts der Kapital- und Arbeitskosten, durch welche eine noch größere
Vermehrung des Gegenwartswerts des Erlöses der Erzverkäufe ge-
wonnen wird, ist Vorteilhaft. Der Grubenbesitzer muß also in seinem
Unternehmen im Laufe der Abbauzeit soviel Kapital investieren,
daß die letzte Vermehrung des Gegenwartswerts der Kapital- und
Arbeitskosten eben durch die dadurch gewonnene letzte Vermehrung
des Gegenwartswerts der Verkaufssumme aufgewogen wird. il
Eine Vermehrung der Kapital- und Arbeitskosten kann selbst-
verständlich nicht den Inhalt der Grube vermehren, wohl aber eine
frühere Verfügung über ihre Schätze ermöglichen, was einem Zinsen-
gewinn gleichkommt. Wenn der Verkaufspreis feststeht, ist der Gegen-
wartswert der Verkaufssumme gleich der gesamten Verkaufssumme
multipliziert mit einem Faktor, der, wenn wir der Einfachheit halber
eine gleichmäßige Verteilung des Abbaus in der Abbauzeit voraus-
setzen, außer vom Zinsfuß nur von der Dauer der Abbauzeit abhängt
und der mit jeder Verkürzung der Abbauzeit wächst. Eine Verkürzung
der Abbauzeit bedeutet somit immer eine Erhöhung des Gegenwarts-
werts der Verkaufssumme. Da diese Erhöhung offenbar dem Verkaufs-
preis proportionell ist, muß jede Steigerung dieses Preises den Vorteil
der Verkürzung der Abbauzeit entsprechend vergrößern und folglich
bei gleichbleibenden Preisen von Kapital- und Arbeitsverwendung eine
eitere Verkürzung ökonomisch machen. Jede Steigerung des Preises,
der für das Erz am Konsumtionsorte jetzt bezahlt wird, bedeutet also
in dieser Weise eine Möglichkeit zu reichlicherer Versorgung des Bedarfs.
Die Frage, wie schnell wir uns die Schätze der Natur zunutze machen
sollen, hat aber auch eine andere Seite. Wir müssen bei der Regulie-
ung des heutigen Verbrauchs auch die Versorgung der Zukunft im
Auge behalten. Wenn die Vorräte der Natur bei der gegenwärtigen Kon-
sumtion voraussichtlich innerhalb einer kürzeren Zeit vollständig er-
schöpft sein würden, müssen wir offenbar diese gegenwärtige Konsum-
tion möglichst beschränken. In einer auf privater Unternehmertätig-
eit beruhenden Tauschwirtschaft wird eine solche Beschränkung der
egenwärtigen Konsumtion tatsächlich dadurch herbeigeführt, daß die
Preissteigerung der Naturmaterialien, die infolge der zunehmenden
Knappheit künftig eintreten muß, eine gewisse Sparsamkeit mit diesen
Materialien vorteilhaft erscheinen läßt. Wenn die erwartete Preis-
steigerung hinreichend groß ist und hinreichend naheliegt, werden die
Grubenbesitzer die Förderung beschränken und damit auch den gegen-
wärtigen Preis erhöhen. Die Preise werden demnach nicht zunächst
eine Zeitlang konstant bleiben, um danach plötzlich ins Unendliche Zr
steigen, sondern sie werden eine viel gleichmäßigere, obwohl immer noch
merkbare Steigerung aufweisen. Die künftige Knappheit übt also ihre
Wirkung auf die Preise nicht erst in der Zukunft aus, sondern hat schon
auf die heutige‘ Preisbildung einen wichtigen Eintuc