Vorwort.
V
Erst im Herbste 1885 konnte Stieda zum Besuche wieder
in Rijra weilen und hier wie in Reval nach Schraten Umschau
halten. Bei dieser Geleg^enheit versuchte er Mettijr für die
gemeinsame Herausgabe des Schragenbuches zu gewinnen.
Mettig hatte in der Zwischenzeit seine ,, Beiträge zur Ge
schichte der Rigaschen veröffentlicht und hatte
Stieda in dessen Zwecken insoweit gefördert, als er ihm neue
zuverlässige Abschriften nach den ältesten Handschriften der
bereits im liv-, est- und curländischen Urkundenbuche abge
druckten Schrägen besorgte. Mettig war nicht abgeneigt auf
den Vorschlag einzugehen, und so entstand in gemeinsamer
Arbeit der beiden Unterzeichneten das Buch, das sie heute
vorlegen können.
Man kam überein, dass es rathsam sei, die Sammlung
der Schrägen auf Riga zu beschränken und über das fahr
1621 nicht hinauszugreifen. Der Grund, warum dieses Jahr
gewählt wurde als Abschluss, ist in der Einleitung zur Schragen-
sammlung auseinandergesetzt. Dagegen sollte die Darstellung
der Urkundensammlung vorausgehen und den Versuch wagen,
die Geschichte des Zunftwesens in Riga von der ältesten Zeit
bis auf die Gegenwart zu liefern. Wohl musste man sich
.sagen, dass die weitere Sichtung des Materials und Forschung
über die Zustände des 17. und 18. Jahrhunderts die auf
Grundlage des heute bekannten Stoffes abzufassende geschicht
liche Darstellung an manchen Punkten zurechtzustellen haben
werde. Aber, da sich schlechterdings nicht absehen Hess, ob
die Herausgabe eines zweiten, die spätere Zeit behandelnden
Bandes dereinst möglich sein werde, so sollte wenigstens ein
derartiger, vorläufig orientirender Versuch, die ganze Ent
wickelung an sich vorüberziehen zu lassen, auch wenn dieser