Full text : Die Heimarbeit und ihre Verbreitung in der Metallindustrie

Einleitung.

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kann.  In  einein  wie  im  anderen  Falle  ist  aber  das  zurückhaltende,
verschlossene  Benehmen  des  ausschließlich  von  .Heimarbeit  lebenden
Heimarbeiters  keinesfalls  dem  Bewußtsein  des  betreffenden  entsprungen, ­
  daß  er  durch  seine  .Heimarbeit  sich  und  anderen  schadet.
Ein  solches  Bewußtseilt  ist,  abgesehen  von  einzelnen  Personen,  die
aber  aus  ihrer  .Haut  nicht  heraus  können,  bei  den  ausschließlich  von
Leimarbeit  lebenden  .Heimarbeitern  nie  vorhanden.
Die  Art  der  ausschließlichen.Heimarbeit  in  der  Metallindustrie  ist
noch  nach  folgenden  Merkmalen  zu  unterscheiden.  Man  hat  zu  beachten, ­
  ob  die  Leimarbeit  von  einzelnen  allein  oder  ob  sie  in  Gemeinschaft ­
  init  anderen  geleistet  wird.  Beide  Formen  sind  in  der  Metallindustrie ­
  gang  und  gebe.  Wir  stnden  den  alleinstehenden  Leimarbeiter, ­
  der  nur  mit  seinen  Familienmitgliedern  zusammenarbeitet,
und  den  Leimarbeiter,  der  neben  seinen  Familienangehörigen  und
wohl  auch  ohne  solche  fremde  Arbeitskräfte  beschäftigt.  Im
ersteren  Falle  findet  eine  Lohnzahlung  an  die  Familienmitglieder  nicht
statt,  im  letzteren  Falle  muß  sie  natürlich  an  die  fremden  Arbeiter
stattfinden,  und  gewahrt  man  merkwürdigerweise  nicht  selten,  daß  das
gewiß  nicht  sehr  beneidenswerte  Dasein  des  Gewerbegehilfen  des  Leimarbeiters ­
  sich  vorteilhaft  abhebt  von  dem  seines  Arbeitgebers.  Der
Gehilfe  erhält  einen  bestimmten  Lohn,  der,  wenn  auch  noch  so  niedrig,
doch  immer  eine  bestimmte  Löhe  hat,  der  Gehilfe  ist  gegen  Krankheit
und  Alter  von  Gesetzes  wegen  versichert.  Der.Heimarbeiter  (Zwischenmeister) ­
  dagegen  hat  weder  die  Benefizien  der  Sozialgesetze,  noch  hat
er  einen  fixierten  Verdienst.  Im  Gegenteil  trägt  der  Meister-Leimarbeiter ­
  häufig  noch  ein  nicht  unbedeutendes  Risiko,  hat  bedeutende
Ausgaben  an  Fourinturen  und  Werkzeugen,  so  daß  in  nicht  seltenen
Fällen  der  Verdienst  des  Leimarbeiterzwischenmeisters  nur
zwei  Drittel  bis  drei  Viertel  des  Lohnes  seiner  Gehilfen
beträgt.  Schreiber  dieses  sind  in  Praxis  mehrere  solcher  Fälle
begegnet.
Diese  Erscheinung  zeitigt  nun  bei  den  Leimarbeiterzwischenmeistern
alle  die  Aushilfsmittel,  deren  sich  ja  das  untergehende  .Handwerk  so
gerne  zu  seiner  Rettung  bedient.  Eine  geradezu  grauenvolle  Ausbeutung ­
  jugendlicher  Arbeitskräfte  vom  Kindesalter  an  findet
            
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