Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

Schlußfolgerungen 
Arbeitsertrag bei völliger wirtschaftlicher Freiheit ganz 
von selbst. Und die Grenzlinie zwischen diesen beiden 
Erträgen ist nicht etwa eine willkürlich gezogene, künst 
liche, sondern haarscharf definierbar. 
Alle durch Arbeit erzielten Erträge bereichern neben 
dem, der sie erzielt, auch das Volksvermögen, die durch 
Rechte erzielten nicht. Sie bereichern zwar die ein 
zelnen, aber auf Kosten der andern, die für ihr Sach- 
opfer keinerlei Gegenleistung empfangen oder nur solche, 
die unter allen Umständen, auch ohne Dazwischentreten 
des die Rechte ausübenden, vorhanden wäre. 
Wenn heute der Staat einem Privatmanne das 
Recht übertragen wollte, auf einer gewissen Wegstrecke 
eine Abgabe von den Passanten zu erheben, so würde 
dieser Mann sehr schnell einen großen Zuwachs seines 
Vermögens erfahren, aber selbst die kühnste Phantasie 
wird darin nicht eine Zunahme des Volksvermögens 
erblicken können, sonst hätten wir ja in der Sperrung 
sämtlicher Straßen durch Schlagbäume das herrlichste 
Rkittel, es zu erhöhen. 
Nun wird man einwenden, solcher Unsinn käme bei 
uns gar nicht vor. Gemach, mein lieber Leser, er kommt 
tagtäglich vor, wenn auch bei uns in Deutschland 
Zum Glück im geringsten Maße. Jede Ronzessionierung 
einer Eisenbahn, einer Straßenbahn und dgl. an das 
Privatkapital ist eine solche Weggerechtsame. Die Schie 
nen und Lokomotiven sind nur Nebensache. Die Haupt 
sache ist, daß mit dem Besitz des Weges die Macht verknüpft 
ist, daß, auch über die für Benutzung der Schienen, 
R)agen und Lokomotiven hinausgehende Entloh- 
uung, eine Abgabe von allen erhoben werden kann, die 
diesen Weg benutzen wollen ober müssen. Der Hin 
weis, daß niemand gezwungen sei, sich der Lahn zu
	        
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