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einlösung undSchuldamortisation
verbürgt wird. Verlangt man übertriebene
Vertragstreue, dann gefährdet man die
Interessen der Zukunft. Man darf nicht, wie
es nur allzuoft geschieht, die Ähnlichkeit
mit den Privatrechtsverhältnissen zu weit
treiben, denn bei der Staatsschuld ist ja den
Gläubigern die Möglichkeit gegeben, durch
Herabdrückung des Rentenkurses den Eintritt
einer Zinszahlungsstvckung zu antezipieren
und sie haben von dieser Möglichkeit im
Falle Rußlands reichlich Gebrauch gemacht.
Alle, die vom Eintritt ruhiger Verhält- , •
nisse und von der Wirksamkeit der Duma einen. ' ,
günstigen Einfluß im Sinne einer raschen' '..
Aufwärtsbewegung erwarten, werden schwere
Enttäuschung erleben. Rußland ist das Land
der „begrenzten Möglichkeiten", um die populäre
Phrase zu variieren, und alle jene Faktoren,
die zum Beispiel in Oesterreich nach
1868 die große Gründungsära Hervorrufen
konnten, fehlen in Rußland. Noch ist weitaus
der größte Teil der Industrie in ausländischem
Besitz, und eine weitere Beteiligung
des fremden Kapitals im großen Stil
ist für die nächsten Jahre umsoweniger zu
erwarten, als der russische Staat für die
nächste Periode kaum in die Lage kommen
wird, der Industrie in dem gleichen Umfang
wie bisher Aufträge zuzuführen; aber ein
allmähliches Ansteigen der Einnahmen und
noch mehr eine Reduktion der übermäßigen
Jnvestitionsausgaben wird langsam in den
Staatshaushalt Ordnung zurückbringen und
damit dem Staat die Möglichkeit zur pünktlichen
Erfüllung seiner allzugroßen Verpflichtungen
gewähren. Für die Gegenwart aber
wird man ohne Moratorium kaum hinwegkommen,
denn eine weitere Belastung der
Landwirtschaft ist ausgeschlossen, ebenso eine
Erhöhung der indirekten Abgaben, eine
Steuererhöhnng für das heimische Kapital
darf nicht überspannt werden, soll nicht die