Full text: Russlands Bankerott

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Necker u. Witte 
Schlimme 
Aussichten 
In Frankreich zwang die Finanzkalamität, an der 
Newa die Kriegsnot zur Konzession. Jetzt gibt 
es kein Zurück mehr, wie es 1739 in Frankreich 
keins mehr gab. Entweder der Zar bewilligt 
Reformen, oder die Revolution schreitet fort, 
denn sie ist zur historischen Notwendigkeit ge 
worden. Mignet, der Geschichtsschreiber der 
französischen Revolution, sagt: „Selten findet 
sich ein Fürst, ivelcher .... hellblickend genug 
ist, um das abzutreten, dessen Verlust eine Not- 
tvendigkeit geworden. Ludwig XVI. hätte es 
jedoch getan, wenn er weniger unter der Herr 
schaft seiner Umgebung gestanden hätte 
Er schwankte unentschlossen zwischen seinen: 
Ministerium, welches Necker leitete, und feinern 
Hofe ..." Man setze anstatt Jacques Necker 
Sergej Juljewitsch Witte — der Vergleich paßt 
sogar auch insofern, als beide den Ruhm von 
Meistern im Budgetfälschen für sich in Anspruch 
nehmen können — und man hat ein treffendes 
Bild von der augenblicklichen Situation des 
Zaren. Nur daß sich zwischen ihn und das 
Volk der Tschin, zwischen Ludwig XVI. und 
seine Franzosen aber der Adel drängte. Noch 
hat er sein Schicksal in der Hand 
Der Kapitalist muß also mit der schlimmsten 
Eventualität rechnen. Siegt die Revolution, 
so wird die Sicherheit seiner Anleihen nicht 
etwa von: guten oder bösen Willen der Sieger, 
sondern von zwei wichtigen Faktoren abhängen: 
Kann ein geordneter Staat nnt dem Witteschen 
Budget werter wirtschaften? Bleiben Rußlands 
Banken uird Geschäfte auch gesund, werrn die 
Staatsbank sie nicht mehr künstlich stützt, 
bleiben die Börsenkurse in Petersburg auch 
ohne schwindelhafte Kursbeeinflussungen der 
Regierung fest. ? 
Diese Fragen mögen die „Kenner der 
russischen Verhältnisse" beantworten, die der 
Börsen-Courier zitiert.
	        
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