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würden sich natürlich die Dinge bei steigendem Geldwerte gestalten.
Diese so nachteilige und tiefgreifende Wirkung, welche
die Geldwertveränderungen — wie eben gezeigt — auf die
Vermögens- und Einkommenverhältnisse ausüben, erfolgt nun
in nicht geringem Grade auch auf anderen wirtschaftlichen
Gebieten. Namentlich ist es auch die wirtschaftliche Erziehung
des Volkes, welche unter derartigen Valutazuständen leidet,
indem sie den grössten Gefahren der Ausartung preisgegeben
erscheint. Infolge der steten Schwankungen in der Kaufkraft
des Geldes wird jede auf solider Grundlage ruhende Spekulation
unmöglich, denn auch die genauesten Kombinationen
über die zukünftige Gestaltung des Marktes werden durch den
Eintritt einer Wertveränderung des Geldes umgeworfen; vielmehr
erscheint aller wirtschaftliche Erfolg vom Zufalle abhängig,
an Stelle der klugen Berechnung tritt der Spielgeist.
„Die Schwankung des Geldwertes vermehrt das aleatorische
Element in der Volkswirtschaft, verstärkt die Neigung, vom
Zufall und nicht durch überlegende Arbeit und Sparsamkeit
wirtschaftlichen Erfolg zu erwarten; sie schwächt daher die
Antriebe zur Produktion und die Achtung vor dem wirtschaftlichen
Erfolge.“')
Schlusshetraclitungen.
Nachdem auf diese Weise das gegenwärtige Geldwesen
Serbiens seine Darstellung gefunden hat, erscheint es geboten,
die bezüglichen Ausführungen dadurch noch zu ergänzen und zu
vervollständigen, dass auf gewisse allgemeine Tendenzen hingewiesen
wird, die sich im Laufe der Entwickelung des serbischen
Geldwesens immer wieder erkennbar machen. Wir
wollen unr solche Merkmale noch besonders hervorheben, die
das Eigenartige an diesen Geldverhältuissen beleuchten und
infolgedessen geeignet sind, dieselben dem Verständnis näher
zu bringen. Es ist zunächst entschieden ein zerrüttetes Geldwesen,
welches hierzulande zu finden ist. Diese Zerrüttung ist
auf die Tatsache zurückzuführen, die in der Geschichte vielfach
ihre Bestätigung findet, dass nämlich unentwickelte
i) E. Nasse. Das Geld-und Münzwesen in Schönbergs Handbuch. S.342.