Serbien zu behandeln. Aus sozialen Zuständen, in welchen
die Tauschmittel fast keine Rolle zu spielen hatten, entwickelten
sich die Serben im XIII. und XI'V. Jahrhundert
zu einem geschlossenen, politisch und wirtschaftlich organisierten
Volke, mit einem blühenden Handel, zu dessen Befriedigung
die ' serbischen Könige Münzen eigenen Gepräges
schlugen. Durch den darauf folgenden staatlichen Zusammenbruch
wird auch die Geschichte des serbischen Geldwesens
unterbrochen, um von neuem wieder anzufangen. Dieser
Mangel einer fortlaufenden Entwickelung macht die Geschichte
des mittelalterlichen und des modernen serbischen Geldwesens
zu zwei selbständigen, zusammenhanglosen Darstellungen, oder
zu zwei Abschnitten, welche nur durch ihre Beziehung zu
demselben Volke mit einander verknüpft, als eine Einheit
erscheinen.
In welchem Umfange das Geld von den Serben während
der ersten Periode ihrer Geschichte, nämlich von ihrer Ansiedelung
in die heutigen Gebiete bis zur Gründung ihres
Staatswesens, oder mit anderen Worten vom VII. bis Ende
des XII. Jahrhunderts, gebraucht wurde, ist in Ermangelung
von Quellen, welche darüber berichten würden, nicht möglich
festzustellen. Man ist vielmehr angewiesen, aus Tatsachen,
welche über das damalige allgemeine Volksleben bekannt sind,
bloss Schlüsse zu ziehen, was Geld gewesen ist und welche
Bolle es im serbischen Wirtschaftsleben jener Zeit gespielt
haben muss. Die Serben sind von Haus aus ein ackerbautreibendes
Volk. Das Grundelement ihrer gesellschaftlichen
Struktur, wie aller Südslaven, ist die Familie (Zadruga) 1 ).
Die Zadruga-Mitglieder waren durch die engste Blutverwandtschaft
aneinander gebunden. Bei starker Anschwellung erfolgte
die Trennung der Zadruga durch Begründung neuer
Kommunen. Der Hausvater, im Einvernehmen mit den
übrigen älteren Mitgliedern, leitete die Geschäfte; er bestimmte
jedem Einzelnen die tägliche Arbeit und führte die
Aufsicht über das Vermögen der Zadruga. Die einzelnen
b Dr. Milan Markoviö. Die serbische Hauskommunion 1903.