Full text : Die geplante Erhöhung der Brausteuer für das norddeutsche Braugewerbe und deren Folgen

28

Daraus  folgt,  daß  solche  Opfer  leichter  zu  ertragen  sind,  als  der
Ausfall,  welcher  entstehen  müßte,  wollte  man  einfach  die
höheren  Staffelsätze  über  sich  ergehen  lassen.  Dieser  verschärfte
Kampf  führt  am  ersten  für  die  größeren  Brauereien  zum  Ziel,
deshalb  wird  und  muß  er  aufgenommen  werden.
Dazu  kommt  folgendes.  Wodurch  kann  sonst  der  größere
Betrieb  Ausgleich  finden  für  die  Last  der  ihm  auferlegten
Staffelung?  Doch  am  besten  durch  Erhöhung  des  Umsatzes.
Die  Mehrzahl  der  hiesigen  Schankwirte  arbeitet  mit  Brauergeld. ­
  Je  kleiner  die  Brauerei,  desto  weniger  kaun  sie  —  im
allgemeinen  —  sich  hier  helfen,  der  größere  Betrieb  braucht
deshalb  da  uur  mit  seinen  reicheren  Mitteln  einzugreifen,  um
die  Abnehmer  der  kleineren  Betriebe  an  sich  zu  ziehen.  Das
könnte  er  ja  auch  schon  jetzt,  wird  man  einwerfen.  Sicherlich,
das  geht  nun  aber  nicht  ohne  Opfer,  und  die  bringt  man
nicht  ohne  Not.  Sie  müssen  aber  gebracht  werden,  wenn  sie
allein  Hilfe  bringen.  Der  Großbetrieb  bekämpft  sich  schwerer,
als  der  Kleinbetrieb,  es  weist  somit  alles  auf  den  oben  geschilderten ­
  erhöhten  Kainpf  hin.  Daß  er  für  die  Großbetriebe
siegreich  sein  wird,  beweisen  die  für  Süddeutschland  angegebenen, ­
  hierauf  bezüglichen  Zahlen.  Es  führt  kein  anderer
Weg  zum  Ziel,  dieser  Weg  drängt  sich  von  selbst  auf.
Der  Schwerpunkt  unserer  hiesigen  Betriebe  liegt  in  den
Brauereien  mit  einem  Ausstoß  von  6  000—20  000  lll,  also
im  kleinen  und  mittleren  Betrieb.  Die  Richtigkeit  obiger
Auffassung  wird  von  diesen  allgemein  zugegeben,  denn
bis  heute  hat  sich  hier  noch  niemand  für  eine  scharfe
Staffelung  ausgesprochen.  Gerade  aus  diesen  Betrieben
kommt  immer  wieder  die  Ausfassung:  nur  nicht  nach  oben
reizen,  der  Kampf  ist  schon  jetzt  schwer  genug  geworden  mit
diesen  Betrieben.
Im  finanziellen  Interesse  mag  vielleicht  hohe  Staffelung
liegen,  nicht  aber  im  Interesse  einer  gesunden  Mittelstandspolitik.
Zwischen  diesen  beiden  Dingen  lvird  nran  deshalb  zu  wühlen
haben.  Die  Staffelung  soll  durchaus  nicht  grundsätzlich  verworfen ­
  werden,  nur  muß  sie  sich,  im  Interesse  der  Schwächeren,
in  mäßigen,  technisch  begründeten  Grenzen  halten  und  aufgebaut
sein  auf  dem  System  der  Durchstaffelung.
Sollte  die  Kleinbrauerei  eines  Schutzes  bedürfen  gegenüber
der  Großbrauerei,  so  läßt  sich  dies  nicht  aus  diesem  Umstand
begründen,  sondern  vielmehr  durch  das  au  sich  mit  Freude  zu
begrüßende  Surrogatverbot.  Schon  längst  verwendet  der
größere  Betrieb  auch  in  Norddeutschland  Surrogate  nicht
mehr,  dagegen  verändert  —  nicht  verbessert  —  der  Kleinbetrieb ­
  des  öfteren  hierdurch  sein  Fabrikat.  Nicht  darin  liegt
der  Unterschied  zwischen  Groß  und  Klein,  daß  die  Großen
billiger  produzieren,  er  liegt  darin,  daß  er  im  allgemeinen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.