Full text : Die geplante Erhöhung der Brausteuer für das norddeutsche Braugewerbe und deren Folgen

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Ein  Teil  —  durchaus  nicht  alle  —  der  Kleinbrauer
Norddeutschlands  (in  unserer  nächsten  Nähe  trat  diese  Bewegung ­
  überhaupt  nicht  auf)  glaubte  bis  vor  kurzem  auch,
ohne  diese  letzteren  Mittel  nicht  auskommen  zu  können,
namentlich  dann  nicht,  wenn  infolge  mangelhafter  Kelleranlage ­
  die  Sommerbiere  sich  aufgezehrt  hatten,  Zucker  in
Alkohol  übergegangen  und  der  Geschmack  des  Bieres  hart  geworden ­
  war.  Diese  Auffassung  hat  sich  seitdem  glücklicherweise
geändert.
Zur  weiteren  Klärung  der  Sachlage  seien  die  Unterschiede
noch  etwas  näher  erörtert,  welche  bezüglich  Anwendung  von
Surrogaten  sich  zeigen  zwischen  größeren  und  kleineren  Betrieben, ­

Die  größeren  Betriebe  haben  auf  Anwendung  der
Surrogate  verzichtet,  sie  bedürfen  derselben  nicht,  das  ist  festgestellt. ­
  Warum  verlangen  sie  die  Aushebung?  Suchen  sie
nicht  doch  auch  materielle  Vorteile?  Nein,  das  ist  nicht  der
Fall,  Doch,  wollen  sie  nicht  vielleicht  Bayern  im  Ruf  gleichgestellt ­
  werden,  um  dadurch  die  dortige  Konkurrenz  besser
bekämpfen  zu  können?  Die  bayerischen,  nach  Norddeutschland  eingeführten ­
  Biere  sind  Luxusbiere,  Daß  die  Grenzländer  eine
Ausnahme  machen,  wiesen  wir  nach.  Für  diese  Biere  werden
im  Norden  so  außerordentlich  hohe  Preise  —  und  noch  dazu
bei  sehr  starkem  Absatz  im  einzelnen  Fall  in  allen  größeren
Städten,  namentlich  in  Berlin  —  gezahlt,  daß  da  Steuern,
Ubergangsabgaben,  Versandspesen  usw,  gar  nicht  mitsprechen.
Der  Gewinn  für  den  Einzelverkäufer  ist  dabei  ein  so  großer
und  verlockender,  daß  derselbe  nur  Eins  berücksichtigen  darf,
will  er  seine  Kundschaft  und  damit  seinen  Gewinn  erhalten,
und  das  ist:  das  beste  und  wohlschmeckendste  Bier  zu  beschaffen.
Danach  allein  fragen  seine  Gäste.  Solange  nun  der
Wohlgeschmack  und  die  Bekömmlichkeit  der  bayerischen  Biere
die  der  norddeutschen  übertrifft,  spricht  alles  andere  hier  gar
nicht  mit.  Die  Abnehmer  dieser  Biere  fragen  nur  nach
tadellosem  Stoff.  Will  der  Norddeutsche  hier  den  Süddeutschen ­
  bekämpfen,  so  muß  er  dasselbe  leisten  wie  letzterer,  ein
anderers  Mittel  gibt  es  nicht.  Hier  geht  es  der  norddeutschen
Großbrauerei  wie  ihrem  Kleingewerbe.  Will  letzteres  gegen
den  Großbetrieb  aufkommen,  so  helfen  alle  Staffeln  und  ähnlichen
Dinge  nichts,  das  sind  nur  Surrogate  und  nicht  einmal  gesunde ­
  Surrogate,  dann  muß  es  einfach  mehr  leisten.  Ganz
ebenso  geht  es  der  norddeutschen  Brauerei  itft  Kampf  mit
der  süddeutschen.  Wer  das  nicht  erkennt  und  nach  anderen
Mitteln  sucht,  muß  da  und  dort  den  Kampf  verlieren.
Wenn  andrerseits  Norddeutschland  nichts  mehr  mit  den
Surrogaten  zu  tun  haben  will,  so  ist  dies  an  sich  genügend
gerechtfertigt.  In  der  Verwendung  von  Surrogaten  muß
            
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