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Ruf erkundigen wolle, so werde er bald erfahren, daß man ihm 
einen solchen Wechsel anvertrauen könne, selbst wenn es sich um 
eine Million handle, und umkehrend werde die Bezahlung ein 
gesandt 237 . 
Seine Erfolge betrachtete der fromme Mann als eine Fügung 
Gottes. Sie machten ihn demütig. Aber er wußte bestimmt und 
wollte fest, daß sein Haus nach seinem Tode noch größer und 
ganz groß werden sollte. Gegen Ende des Jahres 1803 war sein 
Sohn Nathan Mayer von Manchester nach London übergesiedelt 
und hatte im Jahre 1804 das dortige Bankhaus errichtet. Noch im 
Todesjahr Rothschilds gründete sein jüngster Sohn Jakob Mayer 
in Paris das zweite große Zweiggeschäft unter der Firma James 
Rothschild, die 1817 in de Rothschild freres geändert wurde. Es 
ist anzunehmen, daß auch bei dieser Gründung die Zustimmung 
und der Rat des alten Rothschild noch wirksam waren. Die Roth- 
schildschen Häuser in Wien und Neapel wurden erst später gegründet, 
jenes angeblich im Jahre 1816, dieses im Jahre 1821. Rothschild 
aber hatte auch in dieser Beziehung seinen Söhnen die Wege ge 
ebnet, indem er schon frühzeitig ein gutes Verhältnis mit dem 
Wiener Hof und dem Kaiser Franz II. anbahnte, von dem später 
seine Söhne auch in den Adelsstand erhoben wurden. Die Art und 
Weise, wie er mit diesem und anderen Fürsten Verbindungen an 
knüpfte, ist der beste Beweis dafür, daß er die Verhältnisse richtig 
beurteilte, daß er bei aller persönlichen Bescheidenheit und ge 
schäftlichen Vorsicht ein weitblickender und weltkundiger Mann war. 
Um aber die künftige Entwicklung seines Hauses wirklich 
zu sichern, gab es für Rothschild noch ein Mittel, ohne das alle 
sonstigen Bestrebungen hinfällig geworden wären. Er mußte das 
Geschäftsvermögen nach Möglichkeit zusammenhalten und durfte 
es nicht nach der Kopfzahl seiner Kinder zersplittern. Zwar be 
dachte er seine Witwe und seine Töchter reichlich, besser als 
das jüdische Gewohnheitsrecht es verlangte, aber keineswegs so, 
daß das Geschäftsvermögen dabei verkümmern konnte. Nichts ist 
unverständiger als zu glauben, daß lediglich der Erwerbsinn die 
Triebfeder des bedeutenden Kaufmanns sei. Redlich erworbenes 
Gut verleiht allerdings Ansehen und Macht. Dem höher veran 
lagten Menschen aber ist beides nicht Selbstzweck, sondern Mittel 
zum Zweck. Was ihn nicht ruhen läßt, das ist der in der mensch 
lichen Natur begründete unbedingte Tätigkeitstrieb. Je größer die
	        
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