fullscreen: Die Social-Demokratie

Quelle alles Elends. 
"Wie eine Perle durch das nächt'ge Meer, 
„So leuchtete zwar einmal auch die Liebe 
„Durch seines Lebens Dunkel, aber schwer 
„Zu büßen hatt' er für die süßen Triebe. 
„Denn schmerzlich ist es, im Gemach der Noth 
„Ein strahlend Kleinod müssen aufbewahren, — 
"Şo macht s denn Hiller traurig bis zum Tod, 
„Daß seine Lieben mit ihm elend waren. 
„Das Weib, das er zur Gattin sich erkor, 
„Fünf thenre Kinder hatt' es ihm geboren, 
„Die wuchsen alle frisch und froh empor — 
„Doch besier war's, hätt' er sie all' verloren. 
„Mit jedem Jahr, das trag vorüberzog, 
„Warb selbst die Hoffnung bleicher ihm und trüber, 
„Bor seine Thür des Hunger« Geier flog, 
„Und bald auch flatterte das Thier hinüber. 
„Er dachte längst, daß es für sie ein Glück, 
„Wenn Weib und Kinder er gen Himmel sende, 
„Doch den Gedanken drängt er stet- zurück 
„Und bat, daß der Versucher ab sich wende. 
„Allein die Armuth stieg von Tag zu Tag — 
„Lein Herz zerbrach ihm, sah er, wie den Kleinen 
„Des Hungers Blässe auf den Wänglein lag, 
„Und wie sein Weib nicht müde ward zu weinen. — 
II. 
"Ein trüber Abend war's, im letzten März, 
„Der Frost noch starrte in der Hütte Wänden, — 
„Da traf eS sich, daß zu dem alten Schmerz 
„Ein neuer kam, man drohte, ihn zu pfänden. 
„Die letzten Kreuzer nahm er, und ging aus. 
„Und kaufte Brot und Branntwein in der Schänke, 
«Denn seine Kinder hungerten zu Haus, 
«Und ihm war schwach, als ob er niedersänke. 
9*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.