Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Brasiam (8icW)t, 
Provinz São Paulo in steter Zunahme. 
Ausfuhr von brasilischem Kaffee 1878-79: 
nach von Rio von Santos 
Nordeuropa . . 65402 Tonnen 893 200 Sacke 
Mittelmeer . . 22548 - 74600 - 
Verein. Staaten 121966 - 173800 - 
Kapstadt und La 
Plata . . .10545 - 22500 - 
Zusammen: 210461 Tonnen 1 164100 Säcke 
Der Wert der Ausfuhr wird für .1877— 
1878 mit 247,963,050 Mt., für 1878— 
1871) imt 255,334,275 Ms. bered,„ct. 
DcrZ uckerrohrbau war ehemals von 
weit größerer Bedeutung. Zucker nimmt 
unter den Ausfuhrartikeln aber immer 
noch die zweite Stelle ein, auch hat sich 
der Handel in den letzten Jahren wieder 
belebt: der Export bezifferte sich 1877—78 
cuif 47,2 Mill. Mk. und 1878—79 auf 
'i9,i Mill. Mk. Es wird eine Staatö- 
garantie von 7 Proz. pro Jahr für die 
Errichtung von Zuckersiedereien gewährt. 
Lu früher recht bedeutende Ausfuhr von 
Zuckerbranntwein hat in starkem Maß ab 
genommen. Der Bau von Tabak könnte 
viel bedeutender sein, obschon derselbe fast 
ru allen Provinzen killtiviert wird ; im Han 
del hat daöbrasilische Produkt seine Beliebt 
heit eingebüßt und wird selbst in den einhei- 
Ulischcn Cigarettcnfabriken durch Birgi- 
niatabake verdrängt; Ausfuhr 1877—78: 
15,5/0,000, 1878—79: 16,150,000 Alk. 
Baumwolle spielte im Handel früher 
eine viel wichtigere Rolle: aus Rio de Ja 
neiro wurden 1868:17 Mill. Psd., 1876 
aber nur noch l k Mill. Psd. verschifft; in 
Santos sanken die Exporte 1869—77 von 
¿2 Miü. Ißfb. cms 6 Mi». $fb. So# # 
diese Kultur in den letzten Jahren wieder 
zugenommen lind damit auch der Export 
von Rohbaumwolle, derselbe wertete 1878 • 
15,219,900 und 1879: 21,289,175 Mk. 
Unter dem Schutz starker Einfuhrzölle 
etablierten sich mehrere Fabriken für rohe 
Ģewebe, welche sich allinählich Absatz ver 
schafften. Wie gering aber diese Prodnk- 
lion im Verhältnis zum Verbrauch ist, 
erhellt aus den starken Importen von 
^aumwollmanufaktcn, welche vornehm- 
N aus England kommen. Seit kurzem 
'' der Pa rag nay the e (Yerba maté) 
ja einem an Wichtigkeit steigenden Erport- 
»’ÄS« 
Mk. ausgeführt wurde. 
Die Viehzucht wird namentlich in 
den südlichen Provinzen betrieben, wo 
man sich auch mit der Zubereitung des 
gedörrten Fleisches (carne secca) und 
bem Einsalzen von Fleisch beschäftigt. 
Doch finden es die südlich gelegenen Nach- 
barstaatcn noch immer löhnend, sowohl 
Vieh wie getrocknetes Fleisch nach B. zu 
nnportieren. Nach einer von der Regie 
rung 1878 veröffentlichten Mitteilung 
hatte die Ausfuhr von Produkten der 
Viehzucht 1871—72 folgende Werte (in 
Millionen Mark): 
Felle und Häute, geaerbte . . 0,25 
Felle und Häute, behaarte . . 28,17 
Vieh 
Wolle 1,21 
Oiebrannte Knochen 0,43 
Hörner 2,05 
Wie bedeutend aber der Import von Tie 
ren und tierischen Produkten trotz der star 
ken Viehzucht ist, und wie derselbe na 
mentlich die Klasse der Nahrungsmittel 
betrifft, ist aus folgender, indes nicht er 
schöpfender Liste ersichtlich. Der Wert der 
bctresfcnden Importe betrug 1871 — 72 
(in Millionen Mark): 
Lebende Tiere und getrocknetes Fleisch 0,52 
Haare und Federn m i lt0 
Häute. Felle 9^7 
Fleisch, Fische und Fettwaren . . . 35,10 
Trotz seines Reichtllms an Weiden und 
Herden war also der Import tierischer 
Produkte ein ganz außerordentlich großer, 
und gegen die oben angeführte Ausfuhr 
von Rohwolle haben wir eine Einfuhr 
von Wolle und Wollwaren im Betrag 
von 26,i Mill. Mk. zu setzen. — Die 
Seidcnzucht, welche bei sorgfältiger 
Pflege in vielen Teilen lohnende Erträge 
liefern würde, ist völligvcrnachlässigt(jähr 
licher Import von Seide und Seidenwaren 
für 9 Mill. Mk.). 
Forstwirtschaft. Es gibt kaum ein 
andres Land, das einen solchen Reich 
tum an Waldprodukten besitzt. Es herrscht 
hier ein Überfluß an Bau- und Schmuck-
	        
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