Full text : Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

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alkohol  besteht,  nimmt  an  dieser  Entwicklung  nicht  teil,
denn  der  Industriealkohol  muß,  um  für  den  Verschnitt  des
Weindestillats  geeignet  zu  sein,  in  höchstem  Maße  mittels
Rektifikation  von  allen  Merkmalen  seines  Ursprungs  (Fusel)
befreit  werden  und  einen  ganz  neutral  riechenden  und
schmeckenden  Alkohol  darstellen.  Würde  dies  nicht  der
Fall  sein,  so  würden  sich  diese  Ursprungsmerkmale  sehr
bald  so  stark  bemerkbar  machen,  daß  das  Bouquet  des
Weindestillats  darunter  leidet.  Absolut  reiner,  neutraler
Alkohol  wird  aber  zwar  durch  langes  Lagern  etwas  milder
im  Geschmack,  erlangt  aber  niemals  ein  aromatisches
Bouquet.
Die  deutsche  Cognacfabrikation  ist,  infolge  der  natürlichen ­
  Entwicklung,  jetzt  darauf  angewiesen,  dem  Publikum
möglichst  die  gleichartige  Ware  zu  liefern,  wie  sie  von  der
Stadt  Cognac  versandt  wird,  und  muß  sich  deshalb  in  erster
Reihe  immer  auf  das  gleiche  Rohprodukt,  die  Charenteweine
oder  die  Destillate  aus  denselben,  stützen.  Trotz  der  herabgeminderten ­
  Qualität  des  französischen  Cognacs  blieb  die
deutsche  Cognacindustrie  nur  eine  Nachahmung  der  französischen ­
  und  blieb  in  Abhängigkeit  von  den  französischen
Charenteweinen.  Es  wäre  auch  unter  den  heutigen  Umständen ­
  ein  Wagnis  für  einen  Fabrikanten  mit  einem  Cognac
an  den  Markt  zu  kommen,  der  in  seinen  Geschmacks-  und
Bouquetstoffen  von  dem  seither  Gebräuchlichen  abwiche,
auch  wenn  es  das  reinste  Weindestillat  wäre  und  das  natürlichste ­
  eleganteste  Bouquet  und  feinsten  Geschmack  besäße,
denn  das  Publikum  würde  nicht  so  leicht  daran  glauben,
daß  dies  wirklicher  Cognac,  das  heißt  reiner,  alter  Weinbranntwein ­
  ist.
Infolgedessen  sehen  wir,  daß  in  der  deutschen  Weinbrennerei ­
  von  den  laut  Ausweis  der  Steuerbehörde  in  den
Betriebsjahren  1899—1903  gebrannten  14  256  hl  reinen
            
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