Full text: Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

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freiwilligen Übergang zur Verschlußbrennerei zu ver 
schaffen. 
Dem Steuerfiskus erwächst aber durch das Aufhören 
der Abfindungsbrennereien nicht nur eine bedeutende Ar 
beitsersparnis, sondern eine nicht unerheblich höhere 
Steuereinnahme. Der Vorteil einer solchen Qualitäts 
bescheinigung liegt auf der Hand. Der deutsche Cognac 
brenner wäre dadurch in den Stand gesetzt, auf Grund des 
Vertrauens beim Publikum Cognac aus reinem deutschen 
Weindestillat in den Handel zu bringen, den angemessenen 
Preis hierfür zu verlangen und auch zu erhalten. 
Reines altes Weindestillat, das einen Cognac nach Art 
desjenigen darstellt, wie solcher sich von Frankreich aus 
den Weltruf erworben, würde aus deutschem Wein dem 
Publikum wieder geliefert werden können, das Publikum 
würde diesen Cognac ohne Vorurteil versuchen, seinen 
Wert schätzen lernen und voraussichtlich bevorzugen. Aber 
auch für die zur Herstellung der billigeren Cognacsorten 
notwendigen Weindestillate würden sich Destillateure und 
Weinhändler entschließen, diese garantiert alten reinen und 
dadurch für den Verschnitt sehr vorteilhaften deutschen 
Weindestillate anstatt der französischen, für deren Reinheit 
keine Garantie geboten, zu verwenden, besonders aber 
dann, wenn das dem deutschen Weindestillat eigene elegante 
Bouquet erst in weiteren Kreisen Eingang gefunden hat. 
Es bleibt noch die Frage zu untersuchen, ob die Ver 
wertung der kleinen deutschen Weine zur Branntwein 
brennerei für den Weinbau ertragreich genug ist. Diese 
Frage dürfte nicht zu den unwichtigsten zählen, man muß 
bedenken, daß andere Weinproduktionsländer, durch Klima 
begünstigt, größere Ernteerträge liefern und deshalb, selbst 
bei billigerem Weinpreise den Weinbau noch rentabel be 
treiben können. Demgegenüber ist aber der deutsche
	        
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