Full text : Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

39

freiwilligen  Übergang  zur  Verschlußbrennerei  zu  verschaffen. ­

Dem  Steuerfiskus  erwächst  aber  durch  das  Aufhören
der  Abfindungsbrennereien  nicht  nur  eine  bedeutende  Arbeitsersparnis, ­
  sondern  eine  nicht  unerheblich  höhere
Steuereinnahme.  Der  Vorteil  einer  solchen  Qualitätsbescheinigung ­
  liegt  auf  der  Hand.  Der  deutsche  Cognacbrenner ­
  wäre  dadurch  in  den  Stand  gesetzt,  auf  Grund  des
Vertrauens  beim  Publikum  Cognac  aus  reinem  deutschen
Weindestillat  in  den  Handel  zu  bringen,  den  angemessenen
Preis  hierfür  zu  verlangen  und  auch  zu  erhalten.
Reines  altes  Weindestillat,  das  einen  Cognac  nach  Art
desjenigen  darstellt,  wie  solcher  sich  von  Frankreich  aus
den  Weltruf  erworben,  würde  aus  deutschem  Wein  dem
Publikum  wieder  geliefert  werden  können,  das  Publikum
würde  diesen  Cognac  ohne  Vorurteil  versuchen,  seinen
Wert  schätzen  lernen  und  voraussichtlich  bevorzugen.  Aber
auch  für  die  zur  Herstellung  der  billigeren  Cognacsorten
notwendigen  Weindestillate  würden  sich  Destillateure  und
Weinhändler  entschließen,  diese  garantiert  alten  reinen  und
dadurch  für  den  Verschnitt  sehr  vorteilhaften  deutschen
Weindestillate  anstatt  der  französischen,  für  deren  Reinheit
keine  Garantie  geboten,  zu  verwenden,  besonders  aber
dann,  wenn  das  dem  deutschen  Weindestillat  eigene  elegante
Bouquet  erst  in  weiteren  Kreisen  Eingang  gefunden  hat.
Es  bleibt  noch  die  Frage  zu  untersuchen,  ob  die  Verwertung ­
  der  kleinen  deutschen  Weine  zur  Branntweinbrennerei ­
  für  den  Weinbau  ertragreich  genug  ist.  Diese
Frage  dürfte  nicht  zu  den  unwichtigsten  zählen,  man  muß
bedenken,  daß  andere  Weinproduktionsländer,  durch  Klima
begünstigt,  größere  Ernteerträge  liefern  und  deshalb,  selbst
bei  billigerem  Weinpreise  den  Weinbau  noch  rentabel  betreiben ­
  können.  Demgegenüber  ist  aber  der  deutsche
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.