Full text: Über asiatische Wechselkurse

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dem Weltmarkt ungünstig ein. Bemerkenswert ist eine starke Geld- 
nachfragc gegen Jahresende bis Februar 1908, die sich bei der Finan 
zierung der Baumwollernte ergab. 
Die Ereignisse von 1907 kamen erst 1908 durchdringend zum 
Ausdruck. Die etwas bessere Ernte konnte den Ausfall des Vorjahres 
nicht ausgleichen, während gleichzeitig die europäische Nachfrage für 
wichtige indische Produkte unzureichend blieb. Auf die Einfuhr 
drückten die noch aus 1907 vorhandenen und zu hohen Preisen herein 
genommenen großen Vorräte, Nebenumstände verschärften die Lage. 
So herrschte eine nach dem Glauben der Hindus besonders ungünstige 
Konstellation der Gestirne, es unterbleiben daher sämtliche Hoch 
zeiten, die einzige Gelegenheit, bei denen der sonst genügsame und 
sparsame Hindu sich zu größeren Ausgaben versteht. Gegen Jahres 
ende wurde der Handel eine Zeit lang lahm gelegt durch einen Streit 
zwischen Importeuren und einheimischen Händlern über die Abfas 
sung und die Bedingungen der Indents. Endlich machte sich die Agi 
tation zu Gunsten heimischer Fabrikate, die sogenannte Swadeshi- 
Bewegung, störend bemerkbar. 
Bezeichnend für die allgemeine Lage in 1908 sind die 
folgenden Ausführungen des deutschen Handelssachver 
ständigen in Bombay: „Die indische Regierung konnte 
1908/09 (April-März) nicht in der üblichen Weise mit Coun 
cil drafts regulieren, da die Ausfuhr beträchtlich zurück 
gegangen war. Hätte der Staatssekretär von Indien in Lon 
don den Versuch gemacht, seine ganzen Forderungen auf 
Indien von London aus zu trassieren, so würde der Wechsel 
kurs sofort beträchtlich heruntergegangen sein. Um das zu 
verhüten, wurde trotz heftiger Einsprüche der Banken und 
Handeltreibenden Gold aus Indien seitens der Regierung 
remittiert. Der hierdurch dem indischen Handel entzogene 
Betrag belief sich auf 3 607 000 Rp. Die Goldausfuhr hätte 
vermieden werden können, wenn den Wünschen der indi 
schen Interessenten Rechnung getragen worden wäre, ein 
Teil der indischen Goldreserve statt in London in Gold in 
Indien selbst zu halten." Wie das Diagramm ausweist, hielt 
sich der Kurs trotz dieser Maßregel den größten Teil des 
Jahres auf und sogar unter (indirekte Notiz!) dem indischen 
Goldexportpunkt, sodaß die Einsprüche gegen die indische 
Regierung als nicht durchschlagend angesehen werden kön 
nen. Ohne diese Maßregel wären die Kurse noch ungünsti 
ger und der Goldexport für jedermann rentabel gewesen, 
während so die Regierung den Goldabfluß begrenzen konnte. 
Der Forderung, die Goldreserve teilweise in Indien zu hal- 
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