Object: Meer und Weltwirtschaft

der beiden großen Seeverkehrsgebiete vor dem Kriege fast zwei 
Dezennien wie 10:3, verhält er sich heute beinahe wie 10:4. 
Ein großer Unterschied zwischen der Schiffahrt des Mittelmeeres 
und der heutigen Ozeanfahrt besteht in den Transversalrouten 
der letzteren. Im Mittelmeer fuhr man z.B.von Tyrus nach Leptis 
über Cypern, Rhodus, Kreta. Corcyra war für die Griechen der 
Brückenpfeiler für den Verkehr mit Sizilien. Spät wagte man erst 
das östliche Mittelmeer an seiner schmalsten Stelle, 330 Kilometer 
zwischen Kreta und Cyrene, zu queren, und die Römer verfolgten 
bei ihren Fahrten nach Aegypten stets diesen Kurs: Westitalien, 
Syrakus, Melita, Kreta, Cyrene (Apollonia), Alexandria. Längere 
direkt verlaufende Schiffahrtlinien gehören erst dem späten Mittel- 
alter an; für den ozeanischen Verkehr aber wurden sie zur Not- 
wendigkeit. 
Der Atlantische Ozean weist in seinem Nordteil das verkehrs- 
reichste Gebiet der Erde auf. Die meisten Schiffahrtlinien 
laufen von den nordwesteuropäischen Häfen nach den nordamerika- 
nischen. Das nächstverkehrsreichste Band geht von der atlantischen 
Nordostküste nach den südbrasilianischen und den Laplatahäfen. 
Außerdem gehen nach allen Himmelsrichtungen Querverbindungen 
zwischen den verschiedenen Punkten der Ufer des Atlantischen 
Ozeans. Der Transversalverkehr der Ozeane ist erst durch die 
Dampfschiffahrt richtig in Fluß gekommen. 
Die regelmäßige transozeanische Dampfschiffahrt wurde im Jahre 
1838 durch die Dampfer „Sirius‘‘ und „Great Eastern‘ zwischen 
Bristol und Neuyork begonnen, nachdem ‚aber schon im Jahre 1819 
das Schiff „Savannah‘‘ als erster Dampfer den Atlantischen Ozean 
zwischen Neuyork und Liverpool gekreuzt hatte, und zwar in 
26 Tagen, wovon 18 Tage lang gedampft und acht Tage lang 
ausschließlich gesegelt wurde. In dieser Zeit gelangen wir heute 
von unseren Häfen bis zu den fernen ostasiatischen. T 
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