Full text : Die wirtschaftliche Entwicklung und Lage der Elektrotechnik in der Schweiz

146

Ersatz'  derselben  durch  parallele,  den  Kessel  in  der
Längsrichtung  durchziehende  elektrische  Holzwände.
Am  Führerstand  ist  nur  eine  Schalttafel  mit  einigen
Um-  und  Ausschaltungen  sowie  Apparaten  zur  Messung
des  .Stromes  anzubringen.  Die  übrige  Einrichtung  der
Lokomotive  bleibt  bestehen.  Man  rechnet,  dass  ein
stündlicher  üampfverbrauch  von  1000  kg  eine  Stromzuführung ­
  von  ca.  225  KW.,  ein  für  die  Praxis  durchaus
zulässiges  Verhältnis,  beansprucht.  Hauptvorzüge  des
elektrothermischen  Betriebs  sind:  Geringe  Kosten  der
Umgestaltung,  leichte  Belehrung  des  bedienenden
Personals,  Erhaltung  der  bisherigen  Heizung  und  Bremsungen ­
  der  Wagen,  Sammlung  von  Erfahrungen  über
den  elektrischen  Vollbahnbetrieb  vor  etwaiger  Einführung
der  Zugbeförderung  mit  Elektromotoren  und  Erleichterung ­
  des  Ueberganges  auf  letztere.*)
Gelingt  der  eine  oder  andere  Versuch,  so  ist  den
Konstruktionsfirmen  auf  viele  Jahre  hinaus  volle  Beschäftigung ­
  auf  dem  Gebiete  der  elektrischen  Zugbeförderung ­
  gesichert.  Dies  wäre  von  so  grosser  volkswirtschaftlicher ­
  Bedeutung,  dass,  sobald  erst  einmal
durch  praktische  Erfahrungen  die  finanzielle  und  technische ­
  Ueberlegenheit  oder  doch  mindestens  Gleichwertigkeit ­
  des  elektrischen  Vollbahnbetriebes  gegenüber
dem  Dampfbetriebe  erwiesen  sein  würde,  mit  aller  Kraft
auf  die  Inangriffnahme  der  vorliegenden  Projekte  hingewirkt ­
  werden  müsste.  Die  finanzielle  Gleichwertigkeit
oder  Ueberlegenheit  des  elektrischen  Betriebes  ist  für
die  Schweiz  —  trotz  Wasserkräften  —  noch  keineswegs
als  erwiesen  zu  betrachten.  Die  Finanzierungsfrage,
die  als  Hemmnis  bei  der  Einführung  des  elektrischen

•)  Schweiz.  Handels-Zeitung  1904,  No.  42.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.