[
52
Ein Blick in die auf Seite 48 gegebene statistische
Tabelle zeigt, dass die Elektrotechnik eine recht stattliche
Anzahl älterer Arbeiter beschäftigt; das Gleiche
wird man bei den Maschinenbauern beobachten. Lohnhöhe
und Ansteliungszeit wirken hier harmonisch zusammen.
In Branchen mit guten Lohnverhältnissen und
angenehmer Beschäftigung bleiben die Arbeitskräfte
eben bis in das hohe Mannesalter tätig, während in
Branchen mit niedrigen Löhnen nicht allein ein verhältnismässig
starker Arbeiterwechsel, sondern auch ein
besonders schnelles „Abnützen“ der Arbeitskraft stattfindet.
—
Von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die
Elektrizitätsindustrie ist die Heranbildung eines guten
Nachwuchses in der Arbeiterschaft. Die jugendlichen
Arbeiter'(Lehrlinge) machen etwa 7 °/ 0 der gesamten
männlichen Arbeiter aus.
Durch ein Gesetz von 1877 wurde die Normalarbeitszeit
auf 11 Stunden festgelegt. Seit dem Jahre 1895
schritten aber die einzelnen Firmen selbst ohne gesetzlichen
Zwang zu einer weiteren Abkürzung der Arbeitszeit.
Nur einige Elektrizitätswerke sind dem nicht
gefolgt. Es hängt dies mit der Natur des Betriebes
zusammen. In fast allen grösseren Maschinen- und
elektrotechnischen Fabriken gilt jetzt der 10-Stundentag.
In der Krisenzeit 1900 ff. schränkte man die Arbeitszeit
sogar noch weiter ein. Andererseits in der Zeit
der Hochkonjunktur wurde dafür viel mit Ueberstunden
und Nachtschichten gearbeitet. Als die Fabrikinspektion
in das übertriebene Ueberstunden- und Nachtschichtenunweseneingrift,
klagten die Arbeitgeberfreilich,
dass zu rigoros zum Schaden der Fabrikanten vorge