Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

124

Beim  Vergleich  der  Schwankungen  der  Tagelöhne  für  alle  Arbeiterkategorien ­
  in  verschiedenen  Gouvernements  wird  eine  Regelmässigkeit
schwerlich  bemerkt.  Man  kann  nur  feststellen,  dass  mit  den  geringsten
Ausnahmen  die  niedrigsten  Schwankungen  in  der  2.  und  3.  Periode  auf
Bessarabien  und  die  höchsten  in  den  meisten  Fällen  auf  das  Gouv.
Ekaterinoslaw  kommen.
IV.  Einer  der  grossen  Mängel  der  Angaben  des  Äckerbauministeriums, ­
  auf  welche  wir  uns  bis  jetzt  stützten,  ist  der,  dass  die  Lohne  nur
nach  den  Körperkräften  resp.  dem  Geschlecht  der  Arbeiter  und  nicht  nach
der  Art  der  verrichteten  Arbeiten  unterschieden  werden.  Die  Löhne
werden  ganz  einfach  nur  ais  Tagelöhne  bezeichnet,  während  sie  doch
für  verschiedene  Arbeiten  verschieden  hoch  sind.  Aus  diesen  Gründen
haben  wir  es  für  zweckmässig  befunden,  ausser  den  allgemeinen  Angaben
des  Ackerbauministeriums  auch  die  Angaben  über  die  Arbeitslöhne  beizufügen, ­
  die  wir  auf  Grund  der  jährlichen  landwirtschaftlichen  Semstwo-Chronik
  des  Gouv.  Cherson  zusammengestellt  haben.  In  vorstehender
Tabelle  LXV  sind  durchschnittliche  Tagelöhne  für  das  Jahrzehnt  1893
bis  1903  für  alle  sechs  Kreise  des  Gouv.  Cherson  berechnet. 1 )
Wie  aus  dieser  Tabelle  ersichtlich  wird,  sind  die  Löhne  nicht  nur
für  verschiedene  Perioden  der  Feldarbeiten  verschieden,  sondern  sie
unterscheiden  sich  in  einer  und  derselben  Arbeitsperiode  nach  der  Art
der  Arbeit.  So  sind  zunächst  die  Tagelöhne  nach  der  Art  der  Arbeiten
bei  der  Bestellung  zu  unterscheiden,  dies  sind  die  Löhne  für  den  Pflüger,
den  Ochsentreiber  resp.  Pferdelenker  und  den  Säemann.  Und  jede  dieser
Löhne  sind  wiederum  ungleich,  je  nachdem  sie  im  Frühjahr  oder  im
Herbst  zu  verdienen  sind.  Am  höchsten  steht  der  Tagelohn  des  Säemannes,
  am  niedrigsten  der  des  Treibers.  Die  Grösse  dieser  Unterschiede ­
  wird  in  Prozenten  folgenderweise  dargestellt:

(Tabelle  LXVI)

Der  Unterschied ­
  zwischen
der  Höhe  des
Tagelohnes

zwischen  den
Löhnen  des
Säemannes  und
des  Pflügers:
zwischen  den
Tagelöhnen  des
Säemannes  und
des  Treibers:

Alexandria:  Elisabethgrad:

Ananjew:

Tiraspol:

‘ÜT

co
j:  P*

co

jET

CO

.-V  CO
if

«3

J-h  7"n

s

*3

V-i
tu

v-2
  ^

tu

x  tu

X

tu

X

tu  x:

14

14  26

13

34

23

26  9

100  100  90  73  100  108  1  13  80

t)  Für  das  Jahr  1896  fehlen  die  Angaben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.