Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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den  Ackerbau  unentbehrlich  sind.  Daher  sind  auch  solche  technische
Nebengewerfce  wie  Rübenzuckerproduktion,  Branntweinbrennerei  und  Bierbrauerei ­
  in  sehr  geringem  Masse  entwickelt.  Von  diesen  Gewerbezweigen ­
  ist  die  Rübenzuckerproduktion  am  bedeutendsten  vorgeschritten.
Die  Fläche  der  für  die  Rübenzuckerfabrikation  benutzten  Plantagen
betrug  in  ganz  Neurussland  etwa  4000  Dess.  In  Bezug  auf  dieses  Gewerbe ­
  wie  auch  auf  Branntweinbrennerei  und  Bierbrauerei  spielen  die
neurussischen  Gouvernements  für  Russland  eine  ganz  unbedeutende  Rolle.
Von  anderen  Gewerben,  die  mit  der  Landwirtschaft  eng  verbunden
sind,  sei  hier  die  Tabakproduktion  erwähnt.  Die  Krim,  der  südliche
und  südöstliche  Teil  des  Gouvernements  Ekaterinoslaw  bilden  den  Hauptsitz ­
  der  Tabakproduktion.  Es  sind  viele  Flächen  mit  Tabakplantagen
vorhanden.  Unter  günstigen  klimatischen.  Bedingungen  entwickelt  sich
die  Tabakproduktion  in  bedeutendem  Masse.  Es  betrug  die  Fläche  der
Tabakkultur  im  Jahre  1894  16  109  Dess.,  die  Menge  des  hergestellten
Tabaks  1220  877  Pud,  die  Zahl  der  Fabriken  56  und  die  Zahl  der
Arbeiter  5781.  In  den  erwähnten  Gouvernements  spielt  die  Tabakproduktion ­
  eine  bedeutende  Rolle.  Die  Grundbesitzer  bebauen  immer
grössere  Flächen  mit  Tabakkulturen,  die  einheimische  ländliche  Bevölkerung, ­
  in  mehreren  Gegenden  auch  die  Wanderarbeiter,  finden  auf  den
Tabakpflanzungen  ihre  Beschäftigung.  Die  Arbeitslöhne  stehen  sehr
niedrig  und  die  Arbeitsverhältnisse  sind  fast  unerträglich.  Es  kommen  sehr
oft  viele  Streitigkeiten  zwischen  den  Plantagenbesitzern  und  den  Arbeitern
vor.  Auf  den  Plantagen  wird  eine  grosse  Menge  von  Frauen  und
Kindern  beschäftigt,  die  sehr  schlecht  behandelt  werden.  Den  Hauptbestandteil ­
  dieser  Arbeiter  bilden  die  Tataren,  die  weniger  bezahlt  und
schlechter  behandelt  werden,  als  die  russischen  Arbeiter.  Durch  die
niedrigen  Arbeitslöhne  der  tatarischen  Arbeiter  werden  auch  die  Lohnsätze ­
  für  alie  übrigen  Arbeiter  heruntergedrückt  und  somit  verschlimmern
sich  in  den  Kreisen  mit  Tabakskultur  auch  die  Arbeitsbedingungen  in
der  Landwirtschaft.
Im  Gegensatz  zu  den  landwirtschaftlichen  technischen  Nebengewerben ­
  ist  die  städtische  Industrie  bedeutend  entwickelt.  An  erster
Stelle  steht  hier  der  Bergbau.  Auf  diesem  Gebiet  kennen  die  neurussischen ­
  Gouvernements  noch  keine  Konkurrenten  in  Russland.  Dank  der
reichen  Steinkohlen-  und  Eisenlager  im  Gouvernement  Ekaterinoslaw  und
im  Dongebiet  ist  die  neurussische  Montanindustrie  die  grösste  im  ganzen
Europäischen  Russland.
So  betrug  im  Jahre  1889  die  Zahl  der  Steinkohlengruben  im  Dongebiet ­
  434  und  im  Gouvernement  Ekaterinoslaw  897.  Die  Zahl  der
            
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