Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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befindlichen  Bauern  kauften,  nur  einen  unbedeutenden  Bruchteil  aus.
In  Bessarabien  waren  es  4,3%,  in  Cherson  7,9%,  in  Taurien  2%
und  in  Ekaterinoslaw  22,4%.  Es  ergibt  sich  also,  dass  der  grösste
Teil  von  den  Bauern  gekauft  wird,  die  im  Besitze  der  Schollen  über
3  Dess.  waren,  d.  h.  der  Minimalscholle,  die  die  Reform  vom  19.  Februar
1861  bestimmt  hat.  Die  Zahl  der  Bauern,  die  weniger  als  den  normalen ­
  Bodenanteil  besitzt,  betrug  im  Jahre  1892  in  Bessarabien
21,5%,  im  Qouv.  Cherson  25,9%,  in  Taurien  30,3%  und  im  Gouv.
Ekaterinoslaw  29,7  %  der  gesamten  männlichen  Bauernbevölkerung.
Es  ergibt  sich  also  aus  all  dem  Erörterten:  Trotz  der  Abnahme  der
Landanteile  auch  bei  den  Bauern,  denen  im  Jahre  1861  die  höchsten
Anteile  zugewiesen  waren,  und  trotz  einer  starken  Zunahme  derjenigen
Bauern,  die  überhaupt  sehr  ungenügende  Landanteile  besitzen,  ist  die
Menge  des  Landes,  das  die  Bauern,  die  nicht  einmal  eine  Maximalscholle
besitzen,  mittels  der  Bauernbank  kauften,  unbedeutend.^
Vergleicht  man  die  Menge  des  durch  Kaufverträge  ohne  Hilfe  der
Bauernbank  gekauften  Landes  mit  derjenigen,  die  mit  ihrer  Hilfe  gekauft
wurde,  so  ergibt  sich,  dass  die  letzte  durch  die  erste  bedeutend  übertroffen ­
  wird.  So  wurde  von  den  Bauern  gekauft  in  den  Jahren  1888
bis  1897  in  taus.  Dess.  in  Bessarabien  58,7,  im  Gouv.  Cherson  180,7,
in  Taurien  95,2,  im  Gouv.  Ekaterinoslaw  160,1,  im  Dongebiet  120,4.
Die  geringe  Rolle,  die  die  Bauernbank  für  die  Beseitigung  des
Landhungers  gespielt  hat,  wurde  neulich  von  einem  Sachkundigen,  wie
Herrn  Kutler,  dem  gewesenen  Minister  der  Landwirtschaft,  der  eine
Zeit  lang  an  der  Spitze  der  Verwaltung  der  Bauernbank  stand,  besprochen.
«Die  Hauptoperationen  der  Bauernbank  haben  zu  einer  Steigerung  der
Bodenpreise  geführt,  wegen  der  Konkurrenz  unter  den  verschiedenen
Schichten  der  bäuerlichen  Bevölkerung,  —  unter  den  Klein-  und  Mittelbesitzern, ­
  den  besitzlosen  und  den  wohlhabenden.  In  diesem  Kampfe
siegten  naturgemäss  die  Stärkeren.  Die  Versuche  der  Bauernbank,  sich
auf  die  Seite  der  mehr  unter  dem  Landhunger  Leidenden  zu  stellen,
führten  nicht  zu  dem  gewünschten  Ergebnisse.  Schliesslich  erwarben
die  Klein-  und  Parzellenbesitzer  nur  ausnahmsweise  Land,  viel  öfter
wurden  die  für  sie  notwendigen  Grundstücke  von  anderen  Elementen
der  bäuerlichen  Bevölkerung  gekauft  und  die  Lage  der  Kleinbesitzer
wurde  nur  verschlimmert.»
So  hat  der  Erwerb  des  Landes  sowohl  mittels  der  Bauernbank,  wie
auch  durch  Kaufverträge  die  Umschichtung  verstärkt  und  den  mittleren
bäuerlichen  Besitz  vermehrt,  dagegen  die  Besitzlosigkeit  der  Bauern  in
.sehr  geringem  Masse  beseitigt,
            
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