Gründet Arbeitgeberverbände!
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Koalitionsverbotes und der Einführung des gleichen, geheimen
und direkten Wahlrechtes zum Reichstage folgerichtig auch
das politische Uebergewicht. In Wahrheit werden die Arbeitgeber
niemals im stände sein, auf die Dauer die Mittel zur
Durchführung der wirtschaftlichen Kämpfe aufzubringen, die
die Arbeitnehmer zu erübrigen vermögen. Ihre wirtschaftliche
Existenz ist in erster Linie von ihrer Konkurrenzfähigkeit
abhängig, und in kritischen Zeiten müssen sie vom
Kapital zusetzen. Es soll nicht bestritten werden, dass sie
für den Augenblick den Arbeitnehmern finanziell überlegen
sind. In Anbetracht aber des, besten Falles doch in latenter
Form, fortdauernden Kampfes zwischen ihnen und den unter
sozialdemokratischer Leitung stehenden Arbeitern muss ihre
Widerstandskraft schliesslich erlahmen, während die Arbeiterschaft,
die mit einer im wesentlichen stets gleichbleibenden
Lohnhöhe rechnen darf, im stände ist, ihre Kriegskasse fortgesetzt
aus Millionen von einzelnen kleinen Quellen zu speisen.
Man nehme nur an, dass sieben Millionen Arbeiter pro Kopf
wöchentlich nur 50 Pfg. zu Streikzwecken aufbringen: das
macht 180 Millionen im Jahr. Will etwa jemand behaupten,
dass es der Industrie möglich sei, zu all den Steuer- und
Vefsicherungslasten, die sie zu tragen hat und die namentlich
den kleineren und mittleren Unternehmern ein peinlich
genaues Disponieren zur Pflicht machen, eine solche Summe
jahraus jahrein zum Zwecke der gemeinschaftlichen Durchtührung
ihrer wirtschaftspolitischen Kämpfe zu erübrigen?
Dazu kommt obendrein, dass die Verschiedenheit der wirtschaftlichen
Interessen des Unternehmertums niemals eine
solche Einigkeit zulassen wird, wie sie auf der Seite der
einem gemeinsamen Ziel zustrebenden Lohnarbeiter vorhanden
ist. Wird nun noch der Vorschlag einer Versicherung gegen
Arbeitslosigkeit auf Staatsunkosten in die Praxis übersetzt,
eine Angelegenheit, über die vorgeblich ernste Erwägungen
an massgebender Stelle schweben, so kann man mit vollem
Recht behaupten, dass die Unternehmer wirtschaftlich viel
mehr von ihren Arbeitern abhängen als umgekehrt. Und