Full text : Gründet Arbeitgeberverbände!

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W.  G.  H.  Frh.  von  Reiswitz.

Bestehende
Arbeitgeber-Ver
 ­


stehenden  Wahlrecht  hervorgegangener  deutscher  Reichstag
zur  Bekämpfung  der  von  der  Sozialdemokratie  und  ihren
Organisationen  ausgehenden  rechtlosen  Zustände  mitwirken
wird,  selbst  wenn  die  verbündeten  Regierungen  geneigt  sein
sollten,  zu  diesem  Zwecke  nochmals  gesetzgeberisch  vorzugehen. ­
  Zweitens  ist  eine  solche  Geneigtheit  ebenso  wenig  zu
verwerten  wie  die  Zustimmung  des  Reichstages,  da  die
sozialpolitische  Gesetzgebung  der  verbündeten  Regierungen
eine  mehr  und  mehr  die  Sozialdemokratie  begünstigende
Richtung  eingeschlagen  hat  und  verfolgt.«*)  Die  aus  dieser
Erkenntnis  resultierende  Notwendigkeit  der  Selbsthülfe  der
Arbeitgeberschaft  reichte  indessen,  da  sie  immerhin  nur
sporadisch  auftrat,  nicht  aus,  um  der  zunehmenden  Verschlimmerung ­
  der  Lage  Einhalt  zu  tun.
Allerdings  stellten  Vereinigungen  von  der  Art  des  »Gesamtverbandes ­
  deutscher  Metallindustriellen«,  des  »Arbeitgeberverbandes ­
  Hamburg-Altona«,  des  »Bergisch-Märkischen  Arbeitgeberverbandes«, ­
  des  »Bundes  der  Arbeitgeberverbände
Berlins«  u.  a.  m.  ragende  Felsen  dar,  an  denen  sich  die
hochgehendenWogen  der  Ausstandsbewegung  brechen  mussten.
Aber  solche  Vereinigungen  bildeten  sich  eben  nur  in  den
einzelnen  Industriezentren,  den  besonderen  Tummelplätzen
der  gewerkschaftlichen  Agitation.  Dadurch,  dass  sich  diese
Agitation  nunmehr  über  das  ganze  Land  verbreitet  hat,
stellte  es  sich  natürlich  als  eine  Notwendigkeit  heraus,  auch  in
geeigneter  Weise  für  den  Schutz  der  Unternehmer  zu  sorgen,  die
solcher  Hilfeleistungen  bisher  nicht  teilhaftig  geworden  waren.
In  Verfolg  dieser  Idee  war  die  »Deutsche  Arbeitgeber-Zeitung«
mit  dem  über  eine  reiche  Erfahrung  verfügenden  Arbeitgeberverband ­
  von  Hamburg-Altona  schon  seit  dem  Jahre  1902
lebhaft  für  die  Gründung  von  lokalen  Streikabwehrver-*)
  Möglich  ist  es  ja,  wenn  auch  nicht  gerade  wahrscheinlich,  dass  die
gegenwärtig  im  Schwünge  befindliche  Agitation  gegen  das  bestehende
Reichstagswahlrecht  mit  der  Zeit  wirklich  zu  einer  Verminderung  des  Einflusses ­
  der  Sozialdemokratie  auf  die  Arbeiter  führt.  Jedenfalls  können  die
Arbeitgeber  mit  einer  solchen  Möglichkeit  zurzeit  noch  nicht  rechnen.
            
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