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W. G. H. Frh. von Reiswitz.
Das Handwerk.
verschiedensten Branchen angehörenden Mitglieder von einem
Streik betroffen wird, sich sozusagen fortdauernd im Kriegszustand
befinden und darum nicht so leicht zu überraschen
sind. Dieser fortdauernde Kriegszustand aber bringt es gleichzeitig
zuwege, dass unter den Mitgliedern das Gefühl der
Zusammengehörigkeit und der Gleichartigkeit ihrer Interessen
als Arbeitgeber in hohem Masse wachgehalten wird; er ist
also ein ausserordentlich erziehliches Moment.
Was aber die Hauptsache ist; die lokalen Arbeitgeberverbände
gemischter Art ermöglichen die Einbeziehung der
Handwerker und kleineren Ge werbetreibenden in die von
der Grossindustrie geschaffene Unternehmerorganisation. In dieser
Hinsicht meinte die »Deutsche Arbeitgeberzeitung« mit Recht:
»Man ist bei der Errichtung der bestehenden lokalen Arbeitgeberverbände
von der Ansicht ausgegangen, dass Industrie
und Handwerk sich bei der Bekämpfung der sozialdemokratischen
Agitation gegenseitig stützen müssen; sind doch die
Handwerker sozusagen die Pioniere der Industrie, und von
ihrer politischen Vorarbeit hängt bei dem näheren Verhältnis,
in dem sie zu den von ihnen Beschäftigten stehen, ungemein
viel ab. Ausserdem sind eine bedeutende Anzahl kleinerer
fabrikmässiger Betriebe zwangsweise den Innungen angeschlossen
worden, so dass auch hieraus sich ein Zusammenhang
der industriellen Interessen mit denen des Handwerks
ergibt. Wir meinen also, dass mindestens ebenso wichtig wie
die Errichtung von Fabrikantenvereinigungen derselben Branche
diejenige von immer neuen gemischten Lokalverbänden der
angeführten Art ist. Wollte man das Handwerk bei der
Konstituierung des Zentralarbeitgeberbundes völlig ausser Betracht
lassen, so würde sich zwischen Handwerk und Industrie
mit der Zeit zweifellos eine Gegensätzlichkeit herausbilden,
die der sozialdemokratischen Agitation ausserordentlich gelegen
käme. Denn es steht ausser Frage, dass die deutschen
Handwerker gegenwärtig bereits bis zu einem solchen Grade
unter den Bestrebungen der sozialistischen Gewerkschaften zu
leiden haben, dass vielen der Mut zu weiterer Verteidigung