— 69 —
nicht zu verwundern, dass der Rat der Company, der von
der Nutzlosigkeit dieser Forschungen fest überzeugt war,
weil er eben die Sache nur mit praktischen Augen betrachtete,
dem Unternehmen Middletons gegenüber sich
feindselig zeigte, besonders da ihm zugemutet wurde, den
Forscher in einem der Hudsonsbayhäfen überwintern zu
lassen und alles Nötige für ihn zu tun. Er erklärte, nicht
zulassen zu wollen, dass Middleton einen der Häfen betrete
und gab erst auf strikten Befehl der Regierung nach.
Später machten die Feinde der Company sich diesen
Fall zu nutze und legten die Sachlage so aus, dass die
Company überhaupt immer das Entdeckungswerk geradezu
gehindert hätte, aus Furcht, die berühmte Nordwestpassage
würde wirklich gefunden, und es möchte dann
eine grosse Bevölkerung der Bai mit fremden Schiffen
und eine Beeinträchtigung des Handels entstehen. 14 ) Das
klingt nach dem eben Därgelegten nicht ganz wahrscheinlich,
aber Tatsache ist jedenfalls, dass die Company ihr
Gebiet mit peinlicher Sorgfalt vor der Welt abschloss
und nur sehr ungern das Betrten ihres Landes einem
Unbefugten gestattete.
Middleton entdeckte Wagerriver, die Repulsebay und
die Frozen-Strait und kehrte dann unverrichteter Sache
zurück, zum grossen Aerger Dobbs’, der in Wager-Inlet
die gefundene Nordwestpassage erblickte. Eine von ihm
zum Beweise dieser Ansicht ausgeführte Expedition führte
natürlich zu keinem Ergebnis.
Nun hatte die Company wieder für einige Zeit Ruhe,
denn auch die Verwicklungen in Europa machten
sich nicht, wie vor dreissig Jahren bis zur Hudsonsbay
fühlbar.
Als 1740 der Krieg von neuem ausbrach, bereitete man
14 1 Fitzgerald (S. 113) erzählt sogar von einer Bestechungssumme
von 500 Pf. die Middleton angeboten worden sei, damit die Fahrt
nicht geschähe.