Object: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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III. Buch. Die Vertheilung der Güter. 
welche sich schon ein Jahrhundert zuvor, nämlich zur Zeit des grasten ^ 
schwungs von Handel und Manufacturwesen, sowohl in England a* 
Frankreich auf das deutlichste kundgethan hatte, wie das die von 
Smith und von Arthur Young gesammelten statistischen Daten unwidert g 
Die in so überaus hohem Maße entwickelten Verkehrsverhältmffe ^ 
Neuzeit, wie sie in den west- und centraleuropäischen Ländern bestehen un 
seit ungefähr einem halben Jahrhundert mehr und mehr vervollkommnet ba ^ 
konnten bis jetzt eine Lohnnivellirung nicht herbeiführen, und es ist aucki 
wahrscheinlich, daß sie in der Zukunft eine solche zur Folge haben we 
Es dürften vielmehr, je nach den örtlichen Verhältnißen und sogar be, 
nen Kohlengruben, Jndustrieunternehmungen und landwirtschaftlichen 
mancherlei Verschiedenheiten von großer Bedeutung nach wie vor bestehen v 
Allerdings kommt es häufig vor, daß Arbeiter von einem Produc 
zweige zu einem andern übergehen und daß eine starke Auswanderung 
Lande in die Städte stattfindet. Auch ist es zweifellos, daß die m 01 ^ 
Gegenden und Gewerbszweigen herrschenden hohen Löhne infolge eine- 1° 
Zuströmens bisweilen sinken, während die Löhne in den von den 9 r ^ 
verlassenen Gegenden sich entsprechend erhöhen. Ferner sind in deiye 
Kolonialgebieten, in welchen sich die technischen und intellektuellen Foni . 
der alten Culturländer mit unerschöpften natürlichen Reichthümern 0J ^ 
finden, unbestreitbar in der Regel sehr hohe Löhne üblich, welche ° sl ilt 
folge der zunehmenden Einwanderung nach und nach sinken , und z # 
dem Maße, als das Gesetz der abnehmenden Einträglichkeit allum i 
Wirksamkeit tritt. Das ist alles ganz richtig, und man kann es ^ 0 
begreifen, wie aus der Beobachtung dieser Thatsachen sich die irr ) 
Ansicht von der Nivellirung der Löhne auf jedem Wirtschaftsgebiete ^ ^ 
konnte. Aber dessenungeachtet sind der Uebergang zahlreicher-Menf 
einem Erwerbszweige zu einem andern und die Auswanderung 
Gegend in die andere in Wirklichkeit viel mehr die Folgen der ery ^ 
Lohnungleichheiten, als die Ursache ihrer Ausgleichung. Bisweilen »v ^ 
Vorgänge allerdings eine nivellirende Wirkung in steigender oder jtc „, 
Richtung aus; in andern Fällen hingegen verursachen sie neue Ungle 
und oftmals laffen sie alles beim alten. 
So gelangen wir denn zu dem Schluffe, daß die Lehre von ^ 
heit der Löhne auf Einbildungen beruht, und daß es so etwas / 
Normallohn weder im Bereiche einzelner Gruppen von Erwerbszw, 
und das noch viel weniger — in einem ganzen Lande g,bt. ^ ge 
kommen, je nach der Art der geleisteten Arbeit, nach den Verhältniß gf 
treffenden Geaend und nach dem Verhalten der Unternehmer die g
	        
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