Full text: Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe & Co. Actiengesellschaft, Berlin

Die Abstecherei. Die Härterei. 
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Abteilung dient, unter fortlaufender Nummer eingetragen. Für jede Ab 
teilung fangen diese Verrechnungsnummern am Anfang des Jahres mit 
eins an. Für Kundschaftsorders ist ebenfalls eine solche Liste vorhanden. 
Die mit den Selbstkosten ausgefüllten Bestellzettel werden dem Lohn 
bureau der bestellenden Abteilung zugestellt, während Bestellzettel über 
auswärtige Orders im Lohnbureau der Schmiede aufbewahrt werden. 
Die unbrauchbaren Abfälle werden an einer besonderen Stelle zum 
Verkauf gesammelt. 
Das System der Lohnverrechnung ist von dem der anderen Abtei 
lungen nicht abweichend, nur ist zu bemerken, daß hier Kolonnenakkorde 
zur Ausrechnung gelangen, da in der Schmiede immer ein Schirrmeister 
und ein oder zwei Gesellen einen Akkord gemeinschaftlich ausführen. Da 
diese Akkorde jedoch meist innerhalb der Woche erledigt werden, so ist 
die Ausrechnung ziemlich einfach, indem der Gesamtverdienst in dem 
Verhältnis des für jeden Schmied festgesetzten Stundenlohnsatzes zur 
Verteilung gelangt. 
B. Die Abstechern. 
Bestellungen an das Stahllager werden in der Abstecherei, welche sich 
im Stahllager befindet, ausgeführt. Es ist bereits bekannt, daß für diese 
Bestellungen ebenfalls das Formular 37 benutzt wird. Die weitere Be 
handlung dieser Bestellungen ist genau dieselbe, wie in der Schmiede. 
Auch hier werden für jeden Abstecher Rapporte ausgefüllt, mittels welcher 
die verbrauchten Materialien kontrolliert werden. Durch Abwiegen der 
fertigen Stücke und der zurückgelieferten Stangen wird das beim Ab 
stechen verlorene Gewicht ermittelt, welches von der bestellenden Abtei 
lung als Materialverbrauch zu bezahlen ist. Bei diesen Bestellungen können 
produktive Löhne nicht berechnet werden, da deren Verteilung auf die 
einzelnen Abstiche undurchführbar ist, zumal ein Abstecher mehrere 
Maschinen zu bedienen hat. Es kommt daher nur das Material zur Berech 
nung. Die Kosten des Ahstechens, wie Löhne, Hilfsmaterial, Kraft, Licht, 
Abschreibungen usw. werden als Betriebsunkosten verrechnet und den 
entnehmenden Abteilungen im Verhältnis des Wertes des entnommenen 
Materials belastet (s. Konto Ka). 
Die Abstecher sind im Zeitlohn beschäftigt, für deren Berechnung die 
Stunden der Uhrkarten maßgebend sind. Irgendwelche andere Zeitangaben 
haben diese Arbeiter nicht zu machen. 
C. Die Härterei. 
Die mittels Formulars 49 erfolgenden Bestellungen der einzelnen Ab 
teilungen werden vor ihrer Ausführung nicht im Lohnbureau gebucht, 
sondern sofort dem Meister übergeben. Die Kosten für Härten, Einsetzen 
und Glühen sind auf Tabellen für einzelne Gewichtsgruppen festgesetzt 
und müssen im Lohnbureau fortlaufend kontrolliert werden, d. h. es muß
	        
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