Object: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

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Quart (oder zwei Pints) zu den in nachstehendem Ver 
zeichnis vermerkten Preisen. Der Kellner hält Blanco- 
Formulare für Sie bereit und wird Ihren Auftrag für Sie 
ausführen. Der nicht konsumierte Teil der Bestellung wird 
zu späterem Gebrauch oder zu anderweiter Bestimmung für 
die Gäste aufbewahrt.“ 
Die Beschränkung auf „medizinische, mechanische und 
chemische Zwecke“ fällt also hier überhaupt fort — nicht nur 
der Fremde, der sich sonst selbst den härtesten Bestimmungen 
zu fügen hätte, auch der Einwohner der Temperenzstadt 
kann, wenn er es sich zu leisten vermag, im Hotel Wein 
nach Belieben trinken. Aber er muß eine ganze Flasche 
oder zwei Pints auf einmal bestellen, von denen ihm ein Pint 
allerdings bis zum nächstenmal aufgehoben wird. Natürlich 
sind zwei Pints gewöhnlich teurer als ein Quart. EinQuartMoet 
&Chandon kostet 4$, zwei Pints 4,50$. Ein Quart St. Julien 
1,50 $, zwei Pints 2 $. Merkwürdigerweise tritt bei 
Rhein- und Moselweinen kein Aufschlag ein. Vielleicht, 
damit wir Deutsche nichts Unliebsames bemerken, wenn 
wir unsere Lieblingsweine bestellen. Das ganze System führt 
hier zu den ärgsten Verstößen gegen die Absicht und den 
Geist der gesetzlichen Bestimmungen, zu Mißbrauch und 
Heuchelei. Wer sich übrigens durch die gesetzlichen Vor 
schriften in Colorado Springs beengt fühlt, findet in der 
nur eine halbe Stunde entfernt liegenden Colorado City, 
die keinen Temperenz-Bestimmungen unterworfen ist, unter 
Befreiung von jedem Gewissenszwang ausgiebig Gelegen 
heit, nach Herzenslust zu trinken. 
Colorado City war vor langer Zeit die Hauptstadt 
Colorados, heute ist es Denver, „the queen city of the 
plains“, das auch erst 40 Jahre alt ist. Statistisch will ich 
erwähnen, daß die Stadt seit 1890 eine Bevölkerungs 
zunahme von 30 Proz. aufzuweisen hat. Es leben 135 000
	        
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