Full text : Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe & Co. Actiengesellschaft, Berlin

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sondern  diese  völlig  unverdienten  Wertzuwachse,  die  in  die  dutzende  von  Millionen ­
  gehen,  schafft  der  wirtschaftliche  und  kulturelle  Fortschritt  der  G  e  -
s  a  m  t  h  e  i  t  der  Volksgenossen.  Nur  wenige  Beispiele,  die  sich  leicht  zu
Dutzenden  vermehren  ließen  (vergl.  Damaschke:  Aufgaben  der  Gemeindepolitik, ­
  26.727.  Tausend,  1918,  S.  5—11)  mögen  die  gewaltige  volkswirtschaftliche ­
  Bedeutung  der  steigenden  Grundrente,  dieses  völlig  arbeitlosen, ­
  unverdienten  Mehreinkommens  und  reinen  Konjunkturgewinnes  darlegen. ­
  Humboldts  Haus  kostete  1746:  4350  Taler,  1803:  35  000  Taler,  1863:
92  000  Taler,  1875:  140  000  Taler.  Irgendein  Umbau  fand  hierbei  nicht
statt.  Das  Palais  des  Fürsten  v.  Radziwill  in  Berlin  wurde  1791  für  30  000
Taler,  1795  für  60  000  Taler  und  1875  für  2  Millionen  Taler  verkauft.  Das
am  5.  Januar  1842  in  Berlin  vor  dem  Halleschen  Thore  eingeweihte  Rotherstift ­
  kostete  damals  nicht  ganz  <54  000  Mark,  im  Jahre  1895  erwarb  es  das
Warenhaus  Tietz  für  1976  000  Mark  nur  zum  Zweck  des  Abbruchs.  Den
reinen  Bodenwert  ohne  jede  Baulichkeiten  von  Berlin  berechnete
der  bekannte  Nationalökonom  der  Berliner  Universität  Professor  Julius
Wolff  für  1830  auf  17  Millionen,  1850  auf  45  Millionen,  1870  auf  623  Millionen, ­
  1890  auf  2184  und  auf  5000  Millionen  im  Jahre  1910.  Im  Jahre
1797  hatte  der  Magistrat  der  Stadt  Posen  das  Geburtshaus  des  Feldmarschalls ­
  v.  HindenbUrg  für  4000  Mark  verkauft,  im  Jahre  1903  wurde  das
Grundstück,  die  Gebäude  waren  zum  Abbruch  bestimmt,  für  600  000  Mark
verkauft.  Der  Gesamtwert  des  nackten  Grund  und  Bodens  am  Charlottenburger ­
  Kuafllrstenidamm  stieg  von  100  000  Mark  im  Jahre  1861  auf  50
Millionen  im  Jahre  1898.  Ebensowenig  auf  menschliche  Arbeitskraft  und
auf  „Ausbeutung"  der  in  ihr  beschäftigten  Arbeiter  ist  das  märchenhafte  Anschwellen ­
  der  Werte  der  Bergwerke  und  der  Anteile  an  ihnen(Kuxe  und
Aktien)  in  den  letzten  Jahrzehnten  deutscher  Volkswirtschaft  zurückzuführen,
sondern  auf  die  gewaltige  Blüte  der  deutschen!  Volkswirtschaft  und  des  deutschen ­
  Staatsvolks  als  solchem.  Aber  selbst  wenn  man  von  diesen  sehr  schwerwiegenden ­
  unerschütterlichen  Einwendungen  völlig  absieht  und  einräumen
wollte,  daß  es  möglich  sei,  alle  Produktionskosten  auf  Arbeitsmengen  zurückzuführen, ­
  so  scheitert  die  ganze  Marxische  Wert-  und  Meh'rwerttheorie  an
der  einfach  unumstößlichen  Tatsache,  daß  in  der  privatkapitalistischen  Wirtschaftsordnung ­
  mit  ihrem  freien  Handel  und  ihter  grundsätzlich  unbeschränkten ­
  Konkurrenz  über  den  Wert  der  Waren  —  Und  .zwar  aller  ausnahmslos ­
  —  in  letzter  Linie  die  Nachfrage  der  Verbraucher  eütscheidet.
Die  jeweilige  Marktlage,  die  Gestaltung  der  Konjunktur  ist  ausschlaggebend.
Versteift  sich  der  Absatz,  treten  Stockungen  oder  gar  Handelskrisen  ein,  so
sind  die  Warermaffen  trotz  aller  darauf  verwandten  fleißigen  und  an  sich
nützlichen  Arbeitsleistungen  unverkäuflich  oder  können  doch  nur  zu  einem
Preise  losgeschlagen  werden,  der  kaum  ihre  Herstellungskosten  deckt.  Nur  in
einer  zwangsläufig  geordneten,  völlig  sozialisierten  Volks-  und  Weltwirtschaft ­
  könnte  die  Behauptun'g:  allein  Wertbestimmend  für  jegliche  Ware  sei
die  auf  ihre  Herstellung  verwandte  gesellschaftlich  notwendige  Durchschnittsarbeitszeit ­
  auf  Wahrheitsgehalt  Anspruch  erheben.
Und  was  nun  endlich  den  vielbesprochenen  und  vielgelästerten  „Mehrwert" ­
  anbelangt,  den  angeblich  nach  Karl  Marx  restlos  der  Unternehmer ­
  für  sich  einstreicht,  den  er  persönlich  dem  Arbeiter  entzieht,  um  sich  an
            
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