Full text : Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Wirtschaftliches  Rückgrat.  Als  solches  und  als  Kern-  und  Bollwerk  sind  vielmehr ­
  die  Ko  ng  e  n  t  r  a  t  ions-,  die  A  k  kü  m  u  l  at  i  o  n  s  die  Verelendungs
  -  und  die  Krisentheorie  anzusprechen.  Auf  ihrer  Grundlage ­
  folgert  Marx  die  Naturnotwendigkeit  des  Zusammenbruchs  der  kapitalistischen. ­
  Wirtschaftsordnung.  Wir  betrachten  zunächst  die  Konzentrationstheorie. ­
  Unter  ihr  versteht  Marx,  daß  infolge  der  gewaltigen  technischen
Ueberlegenheit  des  Großbetriebes  auf  allen  Gebieten  der  Volkswirtschaft,
sowohl  in  der  Landwirtschaft  wie  auch  in  der  Industrie  als  auch  im  Handel
ausnahmslos  die  kleineren  und  mittleren  Betriebe  restlos  aufgesogen
werden  und  nur  noch  wenig  ganz  große  Unternehmungen,  Riesenbetriebe,
übrig  bleiben.  Sehr  anschaulich  sagt  hierüber  das  Kommunistische  Manifest:
„Die  bisherigen  kleinen  Mittelstände,  die  kleinen.  Industriellen,  Kaufleute
und  Rentiers,  die  Handwerker.und  Bauern,  alle  diese  Klassen  fallen  ins
Proletariat  hinab,  teils  dadurch,  daß  ihr  kleines  Kapital  für  den  Betrieb
der  Großindustrie  nicht  ausreicht  und  der  Konkurrenz  mit  den  Großkapitalisten ­
  unterliegt,  teils  dadurch,  daß  ihre  Geschicklichkeit  von  neuen  Produktionsweisen ­
  entwertet  wird."  (6.  33.)  Auch  für  die  ganze  Landwirtschaft
findet  diese  Theorie  Anwendung,  auch  auf  ihrem  Gebiete  vollzieht  sich  nach
Marx  die  Zusammenballung  der  Betriebe  unaufhaltsam.  Im  dritten  Band
des  „Kapital"  gibt  Marx  als  die  Ursachen  für  den  Untergang  des  Eigentums ­
  des  kleineren  und  mittleren  Bauern  folgende  an:  „Vernichtung  der
ländlichen  Hausindustrie,  Aufsaugung  des  dieser  Kultur  unterworfenen
Bodens,  Usurpation  des  Gemeineigentums  durch  Großgrundeigentümer,
Konkurrenz  der  kapitalistischen  Betriebe,  Großkultür.  Das  Parzellenei.gentum
  schließt  seiner  Natur  nach  aus:  Entwickelung  der  gesellschaftlichen!  Produktionskräfte ­
  der  Arbeit,  gesellschaftliche  Form  der  Arbeit,  gesellschaftliche
Konzentration  des  Kapitals,  Viehzucht  in  großem  Maßstabe,  progressive  Anwendung ­
  der  Wissenschaft."  Diese  Lehre  hat  auch  restlos  in  dem  heute  noch
maßgebendem  Erfurter  sozialdemokratischen  Parteiprogramm  Aufnahme  gefunden. ­
  Folgende  Sätze  geben  sie  programmatisch  zugespitzt  wieder:  „Die
ökonomische  Entwickelung  der  bürgerlichen  Gesellschaft  führt  mit  Naturnotwendigkeit ­
  zum  Untergang  des  Kleinbetriebs,  .  .  .  Die  Produktionsmittel
werden  das  Monopol  einer  verhältnismäßig  kleinen  Zahl  von  Kapitalisten
und  Großgrundbesitzern;  Hand  in  Hand  mit  dieser  Monopolisierung  der
Produktionsmittel  geht  die  Verdrängung,  die  Zersplitterung  kleiner  Betriebe ­
  durch  kolossale  Großbetriebe,  geht  die  Entwickelung  des  Werkzeuges
zur  Maschine,  geht  ein  riesenhaftes  Wachstum  der  Produktivität  der  menschlichen ­
  Arbeit."
Ganz  gewiß  hat  sich  die  Richtigkeit  dieser  Lehre  auf  dem  Gebiete  unserer ­
  Industrie  in  einem  Umfang  erwiesen,  der  dem  divinatorischen
Scharfblick  ihrer  geistigen  Väter  —  Marx  und  Friedrich  Engels  —  alle
Ehre  bereitet.  Namentlich  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika,
aber  auch  in  England  und  in  unserem  deutschen  Vaterland  hat  sich  eine  Kartellierung ­
  und  Vertrustung  des  Kapitals  in  den  letzten  drei  Jahrzehnten
vollzogen,  welche  die  kühnsten  Erwartungen  von  Marx  weit  in  den  Schatten
stellt.  Nach  Angaben  von  Werner  Sombart  (a.  a.  O.,  S.  84)  hatten  bereits  zu
Anfang  des  20.  Jahrhunderts  einige  wenige  Trusts  in  den  Vereinigten  Staaten
8664  früher  selbständige  industrielle  Anlagen  mit  einem  Kapital  von  über  20
            
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