Full text : Grundzüge der Sozialpolitik

98

II.  Teil.  Arbeiterwohlfahrtspolitik.

monatliche  Feststellungen  gemacht,  die  in  der  schon  erwähnten  Labour-Gazette
  veröffentlicht  werden.
Die  Zahl  der  Mitglieder  der  berichtenden  Gewerkvereine  war
1901:  544834,  wovon  153857  auf  Maschinenbau  und  Metallindustrie,
65183  auf  Schiffbau,  80116  auf  Baugewerbe,  51471  auf  Druckerei  und
verwandte  Berufe  entfielen.  Die  in  der  Labour-Gazette  veröffentlichten
Zahlen  geben  also  nicht  die  Gesamtverhältnisse  wieder;  immerhin  aber
erstrecken  sie  sich  doch  auf  einen  ansehnlichen  Bruchteil  der  Arbeiter
und  sind  deshalb  der  Beachtung  durchaus  wert.  Alle  Arbeitslosen
werden  dabei  ohne  Rücksicht  auf  den  Grund  der  Beschäftigungslosigkeit
zusammengefaßt.  Die  Ausstände  sind  in  manchen  Jahren  als  Grund
der  Arbeitslosigkeit  von  erheblicher  Bedeutung.  Die  Hauptergebnisse
für  1892—1902  sind  folgende.  In  Prozenten  der  jeweiligen  Mitgliederzahl ­
  der  berichtenden  Vereine  waren  im  Durchschnitt  ohne
Beschäftigung:

Jahr

bei  allen  berichtenden ­

Vereinen

bei  den  berichtenden  Vereinen

d.  Maschinenbaues ­
  und  der
Metallindustrie ­


des  Schiffbaues ­


des  Baugewerbes ­


der
Druckerei
usw.

1902

4,4

4,9

7,0

4,2

4,6

1901

3,8

3,8

3,7

3,7

4,5

1900

2,9

2,7

2,5

2,5

4,2

1899

2,4

2,4

2,3

1,5

3,9

1898

3,0

3,7

4,7

1,3

3,7

1897

3,5

3,6

7,6

1,6

3,9

1896

3,4

2,6

8,2

1,8

4,3

1895

5,8

6,4

12,5

3,8

4,9

1894

6,9

9,1

15,7

4,1

5,7

1893

7,5

9,1

16,3

3,8

4,1

1892

6,3

7,6

10,0

3,0

4,3

Hiernach  hat  die  Arbeitslosigkeit  in  der  2.  Hälfte  der  90  er  Jahre
bedeutend  nachgelassen,  aber  1900  und  noch  mehr  1901  und  1902  wieder
zugenommen.  Im  Jahre  1903  war  eine  weitere  Zunahme  bemerkbar.
Der  Prozentsatz  der  Arbeitslosen  bei  allen  berichtenden  Vereinen  war  im
Durchschnitt  von  1903:  5,1.
Welcher  Teil  durch  Krankheit,  Streiks  und  andere  hier  auszuscheidende ­
  Ursachen  arbeitslos  geworden  ist,  läßt  sich  aus  den  Veröffentlichungen ­
  der  Labour-Gazette  nicht  feststellen.
Nach  allem  liegt  kein  Grund  vor,  die  Verhältnisse  als  besonders
ungünstig  und  trübselig  zu  schildern  und  sich  wegen  der  „industriellen
Reservearmee“  als  solcher  zu  beunruhigen.  Die  sozialistische  Kritik  der
bestehenden  Zustände  hat  in  bezug  auf  die  Arbeitslosigkeit  ebenso  übertrieben, ­
  wie  bei  manchen  anderen  Punkten.  Aber  das  ist  nicht  zu
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.