Object: Lexikon der Handelsgeographie

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Kanada. 
Butter und Käse (1879: 8,5, s. per 16,2 
Mill. Mk.), Eiern (2,2 Mill.), Häuten uub 
gellen. — Die Waldungen, besonders 
Oberkanadas, besitzen einen unerschöpfli 
chen Reichtum an Holzarten, und Holz bil 
det den Haupterport des Landes. Gegen 30 
Mill. Kubikfuß Holz unb gegen 400 Mill. 
Fuß gesägtes Holz kommen jährlich zur 
Ausfuhr (1879 für 56,i Mill. Mt.). - 
Auch der Mineralreichtum ist bedeu 
tend. Das große Kohlenfeld von Neuschott 
land erstreckt sich über 130,000 ha und 
lieferte bis Ende 1876: 14,422,710 Ton. 
Steinkohlen, wovoil 5,146,509 T. nach 
den Vereinigten Staaten ausgeführt wur 
den; 1877 wurden dort 600,000 T. ge 
wonnen. In demselben Jahr lieferte die 
Vancouverinsel 150,000 T. Die Kohlen 
felder von Britisch-Columbia und dein 
Nordwcstgebiet können aber erst dann er- 
schlosseir werden, wenn die projektierte 
Eisenbahn vollendet ist. Auch an Eisen 
erzen ist K. in manchen Teilen sehr reich, 
doch ist die Ausbeute eine geringe; ein 
Teil der Erze wird in einigen kleinen Holz- 
kohlenhohöfen verarbeitet, ein andrer 
Teil nach ben Vereinigten Staaten aus 
geführt. Der Bedarf au Eisen wird jetzt 
fast ausschließlich aus England eingeführt. 
An Kupfer und Gold ist namentlich Bri 
tisch-Columbia reich; die jährliche Aus 
beute an Gold beläuft sich auf 6 Mill. 
Mk. Der Handel mit den Produkten 
dieser Klasse stellt sich für 1879 folgender 
maßen dar (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Metalle 14,2 — 
Edelmetalle .... 6,8 6,9 
Weit wichtiger indes ist die Fischerei, 
für welche von feiten der Regierung viel 
gethan worden ist. 1877—78 wurden nicht 
weniger als 27,554,000 junge Lachse, Fo 
rellen, Weißfische u. a. nach verschiedenen 
Teilen des Landes verschickt. Den Ertrag 
der Fischereien schätzte man 1870 auf 26,3 
Mill., aber 1878 auf 52,o Mill. Mk. 
Der ergiebigste Fischereigrund ist der St. 
Lorenzgolf, wo Kabeljau-, Makrelen- und 
Heringssang in großem Maßstab betrie 
ben wird. Von dem Ertrag entfallen auf 
Nenschottland allein 53,9, auf Ncubrann- 
schloeig 23,iProz. Die Ausfuhr vonFischen, 
Hummern, Thran, Fellen u. Häuten von 
Seetieren wertete 1879: 29,4 Mill. Mk. 
In Neuschotttand allein waren 10,000 
Boote mit 20,000 Manil Besatzung thätig. 
Industrie. Die mit der Landwirt 
schaft in Verbindung stehenden Gewerbe: 
Brennerei, Brauerei. Gerberei, Mehl- und 
Ölbereitung rc., wie nicht minder die Pott 
aschesiederei und Produktion von Ahorn 
zucker werden stark betrieben; auch die 
Hausindustrie ist ansehnlich, doch steht die 
fabrikmäßige noch sehr in den Anfängen, 
Wie sehrK. indieserHinsichtvomAusland 
abhängt, zeigen die Handelsausweise. Es 
betrug 1879 (in Millionen Mark) die 
Einfuhr Ausfuhr 
Gegorne Getränke. . 8,5 
Tabak und Cigarren. 4,6 — 
Garne und Webwaren 67,5 — 
Andre Manufatte . . 33,8 3,8 
Handel. K. verfolgt eine Politik der 
Schutz- und Retorsionszölle, namentlich 
den Vereinigteil Staaten gegenüber. Nur 
der Ertrag der amerikanischen Seefische 
reien kann zollfrei eingeführt werden. Von 
gewissen Holzsorten wird sogar ein Aus- 
gangszoll erhoben. Der Wert des Handels 
war (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
1878— 76: 327.8 286,0 
1879- 80: 336,0 293,8 
In der Gesamtansfnhr waren für 2255,7 
Mill. Mk. kanadische Produkte, nämlich: 
des Landbaus 82,4 Mill. Mk. 
der Viehzucht und Jagd. . 59,2 - 
des Waldes 55,7 - - 
des Fischfangs 28,9 - - 
des Bergbaus 12,9 - 
der Industrie 11,3 - 
In den Handelsverkehr teilen sich Eng 
land und die Vereinigten Staaten nahezu, 
sonst sind nur noch Britisch-und Spanisch- 
Westindicn sowie die übrigen britiscb-nord- 
amcrikanischen Provinzen von Belang. 
Doch ist der Handel großen Schwaukun- 
gen unterworfen; so schwankte die Einfuhr 
aus Großbritannien 1869—79 zwischen 
130 und 296 Mill. Mk. (1879: 130 
Mill. Mk.), die Ausfuhr zwischen 82 und 
195 Mill. Mk. (1879: 152 Mill. Mk.). 
Die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten 
Mntü 1879: 183,5 SRiU. 9Rf., bic W
	        
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