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II. Teil. Arbeiterwohlfahrtspolitik.
Beamten der Unternehmungen sind ebenfalls in großem Umfange seit
langer Zeit üblich. Im Theaterwesen, bei Versicherungsgesellschaften
kommt die Gewinnbeteiligung nicht nur für höhere Angestellte schon
im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts vor. An sich handelt es sich
also nicht um ein neues System. Neu ist nur die Übertragung auf
gewerbliche und landwirtschaftliche Arbeiter. Die ersten festländischen
Versuche hierzu erfolgten in Frankreich 1839 durch die Textilfirma
Paturle-Lupin in Le Cateau und 1842 durch den Baumaler Leclaire in
Paris. Namentlich Leclaires Vorbild ist von Bedeutung; an dieses
knüpft die neuere Entwicklung des Gewinnbeteiligungssystems an.
In Frankreich fand es namentlich in den 70er und 80er Jahren Ver
breitung. In England kam ein vereinzelter Versuch schon 1828 vor;
die eigentliche Entwicklung beginnt aber dort erst Mitte der 60 er Jahre.
Das Gewinnbeteiligungssystem
(1902, S. 70) an:
nahmen nach der
Labour Gazette
1865—68 ....
17 Firmen
1885—88 . . .
. 24 Firmen
1869—72 ....
I
1889—92 . . .
• 87 „
1873—76 ....
6 „
1893—96 . . .
• 23 „
1877—80 ....
4 „
1897—1900 . .
. 12 „
1881—84 ....
11
1901 I. Halbjahr
• 2 „
In Deutschland wurde die Gewinnbeteiligung zuerst in der Land
wirtschaft angewandt, und zwar 1847 durch den Verfasser des „Isolierten
Staates“ Joh. Heinkich von Thünen auf seinem Gut in Tellow (Meck
lenburg-Schwerin). In demselben Jahre führte der Hofbaurat Dammler
in Schwerin das System in das Handwerk ein (Maurer und Zimmerer).
Von deutschen Industriellen nahm zuerst der Messingwarenfabrikant
Wilhelm Borchert in Berlin 1867 die Gewinnbeteilung an. Im ganzen ist
das System, da es in vielen Fällen — in Großbritannien bis Mitte 1901 allein
in 99 Betrieben — wieder abgeschafft ist, nicht sehr weit verbreitet.
In England sind nach der Labour Gazette (1902, S. 70) noch 95 Firmen
dabei verblieben (oder als solche bekannt). 1 ) Über 82 dieser Betriebe
liegen nähere Angaben vor. Davon gehören 9 dem Druckerei
gewerbe an, 8 der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, 7 dem Ma
schinen und Schiffbau, 6 der Textilindustrie, 5 der Chemie-, Glas- und
Töpfereiindustrie, je 4 dem Baugewerbe, der Landwirtschaft, der Gas
industrie, 3 der Metallindustrie usw. Soweit Berichte über die Gewinn
anteile Vorlagen, die von diesen Firmen den Arbeitern, richtiger einem
Teil ihrer Arbeiter, zugute gebracht wurden, stellte sich deren Durch
schnittsbetrag im Vergleich zu den Gesamtlöhnen der Firmen, welche
tatsächlich Gewinnanteile geben konnten, nach der Labour Gazette auf:
1) Einsohl, der 13 Firmen, über die neuere Nachrichten nicht zu erlangen
waren. Nach den späteren Angaben des Blattes hat sich die Zahl neuerdings ver
mindert.