Full text : Grundzüge der Sozialpolitik

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II.  Teil.  Arbeiterwohlfahrtspolitik.

building  societies  genannt  —  treten  gegenüber  den  Building  societies
sehr  zurück  und  haben  nur  eine  engbegrenzte  Wirksamkeit  ausgeübt.
In  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  reicht  die  Entwicklung  der
Building  societies  bis  1831  zurück.  Sie  haben  dort  eine  große  Ausbreitung
gewonnen  und  schon  1890  fast  die  Zahl  von  6000  erreicht.  Ihre  Organisation ­
  weicht  in  manchen  Einzelheiten  von  dem  englischen  Vorbilde  ab.
In  Belgien  über  wiegt,  wie  erwähnt,  die  Form  der  nur  Bau  Vorschüsse ­
  gewährenden  Genossenschaften  ebenfalls;  im  ganzen  ist  aber
die  genossenschaftliche  Selbsthilfe  auf  dem  Gebiete  der  Wohnungsfrage
dort  wenig  entwickelt.  In  dem  Bericht  von  Meebens  auf  dem  6.  Internationalen ­
  Wohnungskongreß  (1902)  werden  die  von  der  allgemeinen
Sparkasse  mit  Vorschüssen  bedachten  Genossenschaften  für  1892  und
1893  auf  je  5,  für  1894  auf  6,  für  1895  bis  1901  auf  je  9  beziffert;
darunter  befand  sich  in  jedem  Jahre  nur  eine  selbst  bauende  Genossenschaft. ­
  Das  belgische  Statistische  Jahrbuch  gibt  für  Ende  1900
im  ganzen  13  Arbeiterwohnungsgenosseuschaften  an.
Auch  in  Frankreich  ist  die  genossenschaftliche  Selbsthilfe  in  der  Wohnungsfrage ­
  wenig  entwickelt.  Die  erste  Baugenossenschaft  entstand  1889.
1896  gab  es  5,  Ende  1901:  22  Baugenossenschaften;  11  weitere  waren
um  diese  Zeit  im  Entstehen.  Aus  einem  dem  6.  Internationalen  Wohnungskongreß ­
  vorgelegten  Bericht  ergibt  sich,  daß  im  Jahre  1900:14  Baugenossenschaften ­
  810  055  Frs.  Geschäftskapital,  864  976  Frs.  Anleihen  und
ferner  Gelände  und  Gebäude  im  Werte  von  1034  686  Frs.  aufwiesen
Größere  Aussichten  scheinen  die  Baugenossenschaften  in  Italien
zu  haben.  Es  gab  dort  1888  schon  63,  1893  schon  87  Baugenossenschaften. ­
  Noch  bedeutender  ist  im  Verhältnis  die  Entwicklung  in  den
Niederlanden.  Die  erste  Baugenossenschaft  entstand  dort  1869  in
Amsterdam,  die  zweite  1862  in  Leeuwarden.  1876  wurden  die  Verhältnisse ­
  der  Genossenschaften  auf  der  Grundlage  unbeschränkter  Haftpflicht ­
  gesetzlich  geregelt.  Seitdem  hat  sich  die  Zahl  so  vermehrt,
daß  1902  bereits  91  Baugenossenschaften  gezählt  wurden.  Die  meisten
dieser  Genossenschaften  haben  Arbeiter  Wohnungen  gebaut;  einige  haben
aber  auch  für  besser  gestellte  Kreise  Häuser  errichtet.  Auch  in  Dänemark ­
  gibt  es  eine  verhältnismäßig  beträchtliche  Zahl  von  Baugenossenschaften; ­
  deren  bedeutendste  ist  der  1865  gegründete  Arbeiterbauverein ­
  in  Kopenhagen.  Er  hatte  bis  1883  bereits  523  Häuser,  bis
1898:  1087  Häuser  im  Werte  von  8,32  Mill.  Kronen  gebaut.  Bis  Ende
1901  war  die  Zahl  auf  1202  im  Werte  von  9,5  Mill.  Kronen  gestiegen.
Die  Mitgliederzahl  war  1867:  222,  1872:  2824,  1882:  10  649,  1892:
16296,  1902:  14136.  Die  Häuser  werden  verlost  und  gelangen  durch
Abzahlung  in  das  Eigentum  der  Arbeiter.  Ende  1901  waren  5,75  Mill.
Kronen  abbezahlt.  Seit  dem  [Gesetze  von  1898,  das  die  Unterstützung ­
  von  Baugenossenschaften  vorsieht,  sind  eine  erhebliche  Anzahl  von
            
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