Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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damals  539  m)  stattfinden.  Auf  diese  sollten  die'  Wasser  durch
verschiedene  Hauptlösungslinien  und  Querschläge  gesammelt  und
dann  zutage  gehoben  werden.  Statt  der  1885  benötigten  265
Wasserhaltungsmaschinen  würden  dann  nur  13  grosse  nötig  sein 1 ),
damit  aber  würde  eine  grosse  Verminderung  der  sog.  unproduktiven ­
  Selbstkosten,  die  in  erster  Linie  von  der  Wasserhaltung  verursacht ­
  werden,  eintreten.  War  doch,  um  ev.  Reservekräfte  zu
haben,  die  Leistungsfähigkeit  der  vorhandenen  Maschinen  3—4  mal
grösser,  als  für  die  eigentlich  zu  hebenden  Wasserzuflüsse  nötig
war.  Dazu  kommt,  dass  mit  der  Zunahme  der  Fördermenge  der
einzelnen  Zechen,  noch  dazu  aus  tieferen  Sohlen,  die  Wältigung
der  Grubenwasser  immer  schwieriger  und  kostspieliger  wird,  noch
verschärft  durch  die  Dezentralisation,  die  eintritt,  wenn  neue  Maschinen ­
  eingestellt  werden.
Im  Jahre  1900  gab  es  im  Ruhrkohlenbezirke  424  betriebene
Wasserhaltungen 2 ).  Es  entfielen  im  Jahre  1885  in  Westfalen  auf
1  cbm  minütlichen  Wasserzufluss  130000  t  Jahresproduktion,  1899
170  000  t.  Im  Saarbezirke  kamen  1885  auf  1  cbm  min.  Wasserzufluss ­
  schon  260000  t  und  in  England  brauchen  manche  Gruben
fast  gar  keine  künstlichen  Vorrichtungen  zur  Wasserhaltung 8 ).
Man  sieht,  wie  gerade  durch  eine  wirtschaftlichere  Organisation
dieses  wichtigen  Betriebszweiges  unter  sonst  gleichen  Verhältnissen
die  Produktionskosten  sehr  verringert  werden  würden,  gleiche
Produktionskosten  also  eine  Suspension  des  Gesetzes  des  abnehmenden ­
  Ertrages  bereits  bedeuten,  wenn  dabei  schwierigere
Flötze  gewonnen  werden.  Bis  jetzt  hat  man  sich  noch  immer
mit  Verbesserungen  geholfen,  die  im  Prinzip  nur  Fortschritte  von
etwas  bereits  Vorhandenem  sind.  Statt  der  langsam  laufenden  und
für  den  Schacht  nicht  ungefährlichen  Gestängemaschinen  hat  man
die  unterirdisch  betriebenen  schnell  laufenden  Rotations-Dampfmaschinen ­
  zum  Betrieb  der  Druckpumpe  eingeführt,  die  geringere
Anschaffungs-  und  geringere  Betriebskosten  bedeuten.  Ausserdem
gewähren  sie  eine  grössere  Betriebssicherheit.  Es  gibt  Wasserhaltungsanlagen ­
  mit  Dampfbetrieb:  Maschinen  über  und  unter
Tage;  es  gibt  hydraulische  Wasserhaltungen  und  es  gibt  elektrisch
betriebene  Wasserhaltungen 4 ).  Namentlich  diese  letzten  bedeuten
einen  grossen  Fortschritt,  so  dass  sie  z.  B.  im  Ruhrbezirke  seit
Anfang  der  1890er  Jahre  den  Siegeszug  angetreten  haben.  Bis
1)  Entw.  Bd.  IV.  117.  2)  Entw.  IV.  145.
3)  Entw.  IV.  113.  4)  Entw,  IV.  243.
            
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